Neubau Forschungszentrum an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald

10.12.2012 | Hochschulbau

Nach der Grundsteinlegung am 18. September 2009 und dem Richtfest am 27. Mai 2010 konnte der BBL M-V Geschäftsbereich Greifswald im November 2011, nach gut zwei Jahren Bauzeit, den Neubau des Forschungszentrums für Pharmakologie, Pharmazie und experimentelle Therapie, Center of Drug Absorption and Transport C_DAT auf dem Universitätscampus am Berthold-Beitz-Platz übergeben.
Blick auf das neue Forschungszentrums auf dem Campus. Blick auf das neue Forschungszentrums auf dem Campus.
Bei diesem Bau handelt es sich um einen "Bau von nationaler Bedeutung", der durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern im Oktober 2008 in Bonn endgültig genehmigt worden war. Bundesweit hatten sich 52 Projekte beworben, 17 wurden bewilligt, darunter der Neubau des Forschungszentrums in Greifswald.

Die Institute früher

Das Institut für Pharmakologie befand sich seit Ende der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts in einem altehrwürdigem, 1864 errichtetem denkmalgeschütztem Gebäude in der Greifswalder Innenstadt. Das Institut für Pharmazie war im Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstandenem Komplex Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße in 10 Gebäuden verteilt untergebracht und nutzte außerdem noch eine Baracke für Praktika und Labore. Räumliche Trennung der einzelnen Arbeitsgruppen und der Institute sowie unzureichende Raumstrukturen, betrieblich-bauliche und gebäudetechnische Unzulänglichkeiten in den sanierungsbedürftigen Altbauten erschwerten moderne Forschungsarbeit bis zur Inbetriebnahme des neuen Forschungszentrums ganz erheblich.

Der Neubau - ein "Bau von nationaler Bedeutung"

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Neubau Forschungszentrum für Pharmakologie, Pharmazie und experimentelle Therapie © 2009 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-VorpommernGalerie Mit dem Neubau wurden jetzt hervorragende Arbeits-, Forschungs- und Studienbedingungen auf modernstem technischem Niveau ermöglicht, die auch in Zukunft die Greifswalder Universität in die Lage versetzen, im internationalen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben. Die Labore erfüllen alle notwendigen sicherheitstechnischen und experimentellen Voraussetzungen für die molekular-biologischen Arbeiten. Die räumliche Nähe zu den medizinischen/klinischen und anderen naturwissenschaftlichen Bereichen der Universität sowie auch zu benachbarten Einrichtungen Dritter (Leibnitz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V., Biotechnikum Greifswald, Neurologisches Rehabilitationszentrum Greifswald) machen enge Kooperationen und Synergieeffekte möglich. Die Ausbildung der Studenten in den Studiengängen Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Humanbiologie, Biomathematik und Umweltwissenschaften, aber auch die unmittelbare Krankenversorgung sind durch den Neubau an dieser Stelle und der daraus resultierenden Ansiedlung der Pharmakologie auf dem Campus noch effektiver und besser geworden.

Das Entwurfskonzept

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Neubau Forschungszentrum für Pharma-kologie, Pharmazie und experimentelle Therapie © 2009 mhb Planungs- und IngenieurgesellschaftGalerie Das Forschungszentrum ist Bestandteil der baulichen Entwicklungsplanung der Greifswalder Universität und des städtebaulichen Masterplanes für das Entwicklungsgebiet am Berthold-Beitz-Platz. Es schließt das freie Baufeld zwischen Leibnitz-Institut und Gebäudekomplex der Alten Institute an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße und bildet das Gegenüber zum Institutsgebäude der Biochemie an der Felix-Hausdorff-Straße. Das bauliche Gesamtkonzept sieht vor, dass der Neubau zusammen mit einem derzeit noch im Bau befindlichem Labor- und Praktikumsgebäude für die Biologie und Pharmazie als 2. Bauabschnitt zukünftig einen Gebäudekomplex bilden wird. Beide Bauabschnitte gruppieren sich dann um einen gemeinsamen Innenhof und werden letztendlich auch gemeinsam erschlossen.
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Neubau Forschungszentrum für Pharma-kologie, Pharmazie und experimentelle Therapie © 2012 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-VorpommernGalerie Mit der geplanten rechtwinkligen Randbebauung wird das gesamte Baufeld geschlossen. Dabei erstreckt sich der fertig gestellte 1. Bauabschnitt mit dem Forschungsneubau auf den südlichen und westlichen Gebäudetrakt. Der 2. Bauabschnitt mit dem Labor- und Praktikumsgebäude wird derzeit realisiert und wird nach geplanter Fertigstellung im Juni 2014 mit seinem nördlichen und östichen Gebäudetrakt an den 1. Bauabschnitt anschließen. Das Institutsgebäude zeichnet sich durch eine klare Grundrissgliederung aus: der orthogonale Baukörper, der sich entlang der Felix-Hausdorff-Straße erstreckt, verfügt im Erdgeschoss über Forschungsflächen für die Pharmazie und in den beiden Obergeschossen über Forschungsflächen für die Pharmakologie, in einem exponierten, durch seine abgerundete Form hervor stechendem Bauteil sind Räume für die Lehre untergebracht, dazwischen liegend wird über eine Eingangshalle der gesamte Gebäudekomplex erschlossen.

Die äußere Gestaltung

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Neubau Forschungszentrum für Pharma-kologie, Pharmazie und experimentelle Therapie © 2012 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-VorpommernGalerie Eine aus gelben Keramikplatten bestehende Vorhangfassade, die durch horizontale Fensterbänder gegliedert wird, ist das prägende Gestaltungsmerkmal des Gesamtkomplexes. Den Vorgaben des Masterplanes, der für die Fassaden gelbe Klinker bestimmt, wurde damit weit gehend Rechnung getragen. Im südwestlichen Bereich des Grundstücks an der Felix-Hausdorff-Straße wird der homogene Charakter des funktional gegliederten kubischen Baukörpers von einem markanten, elegant abgerundeten Bauteil unterbrochen. Die hier eingesetzte Fassadenverkleidung mit durchgehenden vertikal angeordneten Sonnenschutzlamellen aus Aluminium hebt diesen Teil auch in der Materialausbildung hervor. Gleichzeitig erfährt die unmittelbar angrenzende Eingangssituation dadurch eine besondere Betonung.

Die wichtigsten Eckdaten vorab

05.2007
Planungsauftrag zur Erstellung der Entscheidungsunterlage (ES-Bau)
09.2007
Abschluss des EU-weiten Verhandlungsverfahren (VOF) für Planungsleistungen Architektur, Haustechnik und Tragwerksplanung
07.2008
Mittel für ein neues Forschungszentrum in Greifswald werden vom Wissenschaftsrat bewilligt
10.2008
Erteilung der endgültigen Genehmigung für den Neubau durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GKW) in Bonn

Planungsdaten 1. Bauabschnitt

Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern
vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Greifswald
Gesamtbaukosten
17,6 Mio. € (Förderung zur Hälfte durch Bundesmittel)
darin enthalten sind 2,3 Mio. € Honorare
Baubeginn
07.2009
Richtfest
05.2010
Technische Übergabe
11.2011
Bauende
12.2011
Brutto-Geschoßfläche
5.620 m²
Gesamtnutzfläche
2.734 m²
Hauptnutzfläche
2.500 m² (1.612 m² Pharmakologie, 888 m² Pharmazie)
Architekt
mhb Planungs- und Ingenieurgesellschaft, Rostock