Parkmauer in Hohenzieritz ist rekonstruiert
Schröder: Attraktiver Schlosspark entsteht
Die historischen Parkgrenzen im Schlosspark Hohenzieritz (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) sind rekonstruiert. Am heutigen Montag übergab Sebastian Schröder, Staatssekretär im Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, die neu errichtete Parkmauer der Öffentlichkeit. "Damit ist der erste Teilabschnitt zur Wiederherstellung des historischen Parks abgeschlossen", so der Staatssekretär. "Es entsteht ein attraktiver Park hinter dem Hohenzieritzer Schloss, der als Ausflugsziel jährlich viele Besucher anlockt."
Die aus Feldsteinen errichtete Umfassungsmauer ist etwa zwei Kilometer lang und verläuft zum Teil frei stehend. "Die Besonderheit besteht jedoch am inneren Mauerring", betonte Schröder. "Hier verläuft sie als kaum sichtbare Stützmauer, die zwar die Parkgrenze markiert, aber zugleich den Blick in die umgebende Landschaft frei gibt. Damit können die Parkbesucher ihren Blick in die schöne Endmoränenlandschaft des Tollense-Tals schweifen lassen." Der ursprüngliche Verlauf der Mauer konnte anhand von Mauerresten im Untergrund nachgewiesen und rekonstruiert werden.
Das für die Mauer erforderliche Natursteinmaterial stammt aus der Umgebung von Neubrandenburg. Insgesamt wurden 4.350 Kubikmeter verbaut. Um das Material denkmalgerecht einsetzen zu können, mussten die Steine nach der alten Methode des Steinschlagens bearbeitet werden. So konnte mit der Beauftragung von Steinschlägern ein sehr selten gewordenes Handwerk in Hohenzieritz zum Einsatz kommen. Zugleich ergab sich ein interessanter Nebeneffekt: die frisch bearbeiteten Oberflächen der Steine ermöglichen eine genaue geologische Bestimmung des Materials.
Im Zuge der Rekonstruktion der historischen Mauer wurden an den Zugängen zum Park große Findlinge als Eckpunkte verwendet. Außerdem wurde die Parkwiese an der Prillwitzer Chaussee renaturiert und die Tore an den Parkzugängen beidseitig des Schlosses und an der Südseite des Parks eingebaut. Auch die sanierte Priesterpforte wurde wieder installiert. Bereits im Dezember letzten Jahres konnten die umfangreichen gartenarchäologischen Grabungen abgeschlossen werden. Sie trugen dazu bei, ehemals vorhandene Wege und Parkarchitekturen nachzuvollziehen. Auf Grund der archäologischen Befunde konnten Wege und Standorte der Bauten aus dem 19. Jahrhundert gekennzeichnet werden. Auch ein Parkplatz wurde bereits neu angelegt, der Schlossplatz saniert und eine Zufahrt zum Schloss errichtet.
In Kürze soll mit der Sanierung des Quellteiches, der Wiederherstellung des Wasserfalles und des Luisen-Gartens begonnen werden. Dabei wird ein Rundweg um den Tempel angelegt und die angrenzende Fläche bepflanzt. Diese Arbeiten sollen bis zum Sommer 2010 abgeschlossen sein. "Anlässlich der Feierlichkeiten zum 200. Todestag der in Hohenzieritz verstorbenen preußischen Königin Luise wird sich der Park wieder in voller Pracht präsentieren können", sagte Staatssekretär Schröder. Für die Gesamtbaumaßnahme zur Wiederherstellung des nach englischem Vorbild errichteten Schlossparks stellt das Land insgesamt rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Baumaßnahmen werden durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V durchgeführt.
Von 1997 bis 2007 wurden bereits 6,3 Millionen Euro in das Schlossensemble Hohenzieritz investiert. In diesem Zeitraum konnten unter anderem der Luisen-Tempel und das Denkmal sowie das Kastellanhaus restauriert werden. Das Beispiel Hohenzieritz zeigt das Engagement des Landes, die reiche Schlösserlandschaft als besonderes kulturelles Erbe für den Tourismus im ländlichen Raum zu erschließen und für nachfolgende Generationen zu erhalten.
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21.12.2009