Sanierung und Erweiterung des Hauses der Justiz in Rostock

24.06.2010 | Allgemeiner Landesbau

Der Gebäudekomplex wurde in den 50er Jahren für das Ministerium für Staatssicherheit nach Plänen des "Entwurfsbüro's für Hochbau des Rates des Bezirkes Rostock" gebaut. Nach der Wiedervereinigung wurde er zum zentralen Gerichtsstandort in der Hansestadt Rostock, in dem das Landgericht, das Landesarbeitsgericht, das Arbeitsgericht, das Sozialgericht und Teile des Oberlandesgerichtes untergebracht sind. Es mangelte jedoch seit Beginn an Verhandlungssälen in geeigneter Größe.
Ansicht auf den Erweiterungsbau © 2010 Architektrubüro Frank, Milenz, Rabenseifner, Greifswald

Ehemaliges "Stasi-Gebäude" erhält einen Erweiterungsbau

Der Geschäftsbereich Rostock des BBL M-V überprüfte deshalb zunächst mit eigenem Personal die Erweiterungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles in einer Vorplanung. Hierin wurden die Gerichtssäle angrenzend an den Eingang zusammengefasst. Anschließend wurde in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren das Architekturbüro Frank, Milenz, Rabenseifner aus Greifswald für die weiteren Planungsphasen ausgewählt.
Haus der Justiz Eingang © Betrieb für Bau und LiegenschaftenGalerie Eine besondere Schwierigkeit dieser Baumaßnahme besteht darin, den Anforderungen des Denkmalschutzes zu genügen und gleichzeitig die Bürger nicht mit der Atmosphäre der Vergangenheit zu konfrontieren und negative Erinnerungen zu wecken. Die in den Formen der nationalen Tradition (Orientierung an gotischen und klassizistischen Vorbildern unter Berücksichtigung der für Norddeutschland typischen Backsteinbauweise) gestalteten Fassaden werden restauriert, im Inneren überwiegt eine helle moderne Gestaltung.

Barrierefreie Zugänge

Zur vollständigen Erneuerung der haustechnischen Anlagen gehören der Einbau von Aufzügen für eine barrierefreie Zugänglichkeit und eine wesentliche Verbesserung des Sicherheits- und des Brandschutzkonzeptes.
Im Mai 2010 sind die Baumaßnahmen angelaufen. Im ersten Bauabschnitt werden unter andrem die dringend benötigten Verhandlungssäle hofseitig angebaut und zeitgemäße Haftzellen geschaffen. Zwei weitere Bauabschnitte werden sich anschließen, da das Gebäude teilweise weiter genutzt wird.
Die Interimsunterbringung des Landesgerichtes mit 3.000 m² Nutzfläche war für den Bereich Objektmanagement des Geschäftsbereiches Rostock eine Herausforderung. Er fand in der Alten Post am Neuen Markt gut geeignete Räumlichkeiten und regelte die vertraglichen und organisatorischen Angelegenheiten des Umzugs zeitgerecht.

Planungs-/Baudaten Haus der Justiz

Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Rostock
Genehmigte Kosten
13,4 Mio. €
Baubeginn
05.2010
Bauende, geplant
I. Quartal 2013
Hauptnutzfläche
6.084 m²
Bruttorauminhalt
48.539 m²
24.06.2010