Energieland M-V: Erneuerung der Wärmeerzeugungsanlage
16.11.2010 | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Im denkmalgeschützten Dienstgebäude von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wurde die Heizungsanlage erneuert. Die vom BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin umgesetzte Baumaßnahme beinhaltete den Ersatz der abgängigen, gasbefeuerten Heizkessel durch eine Holzpelletanlage zur Wärmeerzeugung. Mit der Umstellung auf diese Art des regenerativen Energieeinsatzes in Form einer Pelletanlage, verwirklichen wir in dem zwischen 1953 und 1955 errichteten Gebäude im Paulshöher Weg für das Land eine Pilotanlage.
Durch die in den letzten Jahren erfolgten Sanierungsmaßnahmen, wie z.B. dem Einbau neuer Fenster, Wärmedämmmaßnahmen oder dem Aufbau einer modernen Gebäudeautomation, konnte die Wärmerzeugerleistung reduziert werden. Sie wurde insgesamt um über 100 kW gegenüber dem früheren Wärmebedarf verringt.
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Zwei neu installierte Pellet-Heizkessel mit einer Leistung von je 200 kW decken die Grundwärmelast ab. Zur Absicherung der Spitzenheizlast bleibt ein gasbefeuerter Heizkessel jüngeren Baujahres mit einer Leistung von 195 kW weiterhin in Betrieb. Für die Warmwasserbereitung wurde eine Luft-/ Wasserwärmepumpe im Heizraum installiert. Diese nutzt die ohnehin im Heizraum anstehende überschüssige Wärme, die durch die Wärmeerzeugungsanlage an die Raumluft abgegeben wird, zur Warmwasserbereitung für die Verbraucher des Küchenbereiches.
Mit dieser Energiesparmaßnahme wird das Land M-V den Leitlinien "Energieland 2000" gerecht und trägt durch die Einsparung von durchschnittlich 205 Tonnen Kohlendioxid im Jahr, gegenüber der herkömmlichen Wärmeerzeugung, zum Umweltschutz bei.
Die Investitionssumme beträgt insgesamt ca. 250.000 €. Der Baubeginn fand im Juli diesen Jahres statt, die Übergabe der Anlage Mitte Oktober 2010.
Jährlich werden für die Heizungsanlage des Ministeriums rund 200 Tonnen Pellets benötigt. Holzpellets verbrennen nahezu CO2-neutral. Das heißt, dass bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie ein Baum, aus dem dieser Brennstoff gewonnen wird, zuvor im Laufe seines Wachstums gebunden hat.
Heizpellets werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz produziert und sind damit jederzeit und auch in Zukunft verfügbar, auch dann noch, wenn fossile Energiequellen wie Öl und Gas längst versiegt sind. Experten rechnen angesichts knapper werdender Ressourcen und steigender Förderkosten aufgrund der schlechteren Erreichbarkeit der fossilen Energiequellen mit weiter steigenden Preisen bei Öl und Gas. Holzpellets bieten schon heute eine kostengünstige Alternative zu fossilen Brennstoffen.
Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz spart durch den Einbau der beiden Pelletkessel jährlich rund 50 Prozent der bisherigen Kosten für die Wärmeenergieerzeugung im Vergleich zu einer reinen Erdgasheizung ein. Das entspricht einer Ersparnis von ca. 50.000 € pro Jahr. Die höheren Investitionskosten für eine Pelletheizung haben sich bereits nach knapp 5 Jahren bezahlt gemacht.
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat uns in diesem Frühjahr die Grenzen der Ölförderung deutlich vor Augen geführt. Holzpellets verursachen keine Umweltkatastrophen, das Transport- und Lagerrisiko ist vergleichsweise gering. Holz ist darüber hinaus ein heimischer Rohstoff, der in Deutschland ausreichend vorhanden ist. Aktuelle Studien belegen, dass jährlich deutlich mehr Holz nachwächst, als genutzt wird. Pellets sind gebündelte Energie.
Derzeit werden laut Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. in Deutschland jährlich rund eine Million Tonnen Holzpellets verbraucht. Der Verband schätzt, dass die Zahl der Pelletheizungen weiter steigt und sich der Verbrauch bis 2020 verzehnfacht.
Zur Produktion der kleinen Energiebündel werden Sägespäne und Restholz aus der Sägeindustrie sowie Rundholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern genutzt. Pellets werden ohne Zugabe chemischer Stoffe zusammengepresst. Das holzeigene Lignin dient dabei als Bindemittel. Pellets sind ein genormter Brennstoff, hinsichtlich Größe, Aschegehalt, Feuchtigkeit und Ascheschmelztemperatur.
Zur Produktion der kleinen Energiebündel werden Sägespäne und Restholz aus der Sägeindustrie sowie Rundholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern genutzt. Pellets werden ohne Zugabe chemischer Stoffe zusammengepresst. Das holzeigene Lignin dient dabei als Bindemittel. Pellets sind ein genormter Brennstoff, hinsichtlich Größe, Aschegehalt, Feuchtigkeit und Ascheschmelztemperatur.
16.11.2010