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Bauarbeiten im Schlossensemble Wiligrad

13.04.2012 | Schloss Wiligrad

Der Marstall und die Remise im Schlossensemble Wiligrad werden derzeit im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern instandgesetzt. Die historischen Gebäude sollen künftig von Kinder- und Jugendgruppen genutzt und mit Erdwärme beheizt werden. Damit leistet das Land als Bauherr einen bewussten Beitrag zur Schonung fossiler Energiequellen.
Die Remise im Schlossensemble Wiligrad wird derzeit im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern instandgesetzt. © 2012 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommerngrößer Reger Betrieb herrscht rund um den historischen Marstall der Schlossanlage Wiligrad. 2011 hat der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern mit der Sanierung der ehemaligen Remise begonnen. Für Juni 2012 ist der Baubeginn am Marstall geplant. Das dritte Gebäude in diesem Komplex, der ehemaligen Gastpferdestall, wird zum Technikgebäude ausgestattet.

Für die bauliche Herrichtung investiert das Land ca. 3,8 Millionen Euro. Das Ensemble soll später als Beherbergungsstätte und Seminargebäude für den GFE - Gesellschaft zur Förderung der Erlebnispädagogik e.V. dienen.

Im April 2012 beginnen die Instandsetzungsarbeiten an einem weiteren Nebengebäude, dem ehemaligen Maschinenhaus. Da hier die zukünftige Nutzung noch offen ist, beschränken sich die Bauaufgaben auf die Sanierung von Dach und Fassade mit einer Investitionssumme in Höhe von ca. 840.000 €.

Geothermie - umweltschonende Energiegewinnung

Zur Beheizung der historischen Gebäude werden insgesamt 12 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von durchschnittlich 160 m ins Erdreich gebohrt. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern hat sich bewusst für diese umweltschonende Energiegewinnung entschieden und das Ingenieur-Büro Pech aus Wismar mit der Planung beauftragt. Die Bohrungen führt die Fa. Geothermics aus Rüdersdorf bei Berlin aus.

Neben dem Marstall, auf dem Areal der zukünftigen Obstbaumpflanzung, ist inzwischen etwa die Hälfte der Bohrungen fertig gestellt, einschließlich Verrohrung und Verfüllung.

Im Technikhaus, dem ehemaligen Gastpferdestall, wird später die Heizzentrale errichtet und die Wärmepumpen mit einer Heizleistung von ca. 80 kW aufgestellt. Mittels Soleflüssigkeit wird die geothermische Wärme von der Bohrung zur Wärmepumpe in einem geschlossenen Kreislauf transportiert.

Die geothermische Anlage geht voraussichtlich im Frühjahr 2013, mit Fertigstellung des Technikhauses, des Marstalls und der Garage, in Nutzung. Außerdem ist eine Warmwasserversorgung geplant, die hauptsächlich über die Solaranlage auf dem Dach des Marstalls erfolgen soll.

Hintergrund

Mit Erdwärmesonden wird geothermische Energie oder "Erdwärme", also in der Erde gespeicherte Wärmeenergie genutzt. Bis in eine Tiefe von etwa 10 bis 20 m unter der Erdoberfläche wird die Temperatur durch die Sonneneinstrahlung und klimatische Temperaturschwankungen beeinflusst. Unterhalb dieses Einflussbereichs beträgt die Temperatur in unseren Breiten etwa 10 °C und nimmt in Abhängigkeit vom Bau und der Zusammensetzung der Erdkruste um etwa 3 °C pro 100 m Tiefe zu.

Erdwärme ist eine unerschöpfliche Energieressource. Ihre Nutzung wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. Mit dem Einsatz der Erdwärmesonden in Wiligrad leistet das Land als Bauherr einen aktiven Beitrag zur Schonung fossiler Energiequellen und zur Verminderung der CO-2-Emission.
13.04.2012