Universität Rostock, Sanierung Universitätshauptgebäude

07.02.2012 | Hochschulbau

Von der Stadt Rostock mit benachbarten Hansestädten 1419 gegründet, gehört die Universität zu den ältesten in Nordeuropa. Die Restaurierung des für Rostock so bedeutenden Gebäudes beginnt in diesem Jahr, die Verantwortung dieser wichtigen Baumaßnahme liegt beim BBL M-V Geschäftsbereich Rostock.
© 2009 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern
Das heutige Hauptgebäude der Universität Rostock besteht im Wesentlichen aus zwei Gebäudeteilen. 1844 entstand der südliche Flügel, das Neue Museum als "Museum für die Universität zu Rostock" nach den Entwürfen des Schweriner Architekten Georg Adolph Demmler (1804-1886). An der Stelle der Alten Universität, des "Weißen Kollegs", wurden 1867 bis 1870 der Mittelbau und der Rechte Flügel nach Plänen des Architekten Hofbaumeister Helmuth Bogislav Hermann Willebrand (1816-1899) errichtet.
Das zentral am heutigen Universitätsplatz gelegene Bauwerk beherbergt das Rektorat, die mathematisch–naturwissenschaftliche Fakultät, das Institut für Altertumswissenschaften, Fachbibliotheken und Teile des Universitätsarchivs. Das Universitätshauptgebäude zählt mit dem Schweriner Schloss zu den bedeutendsten Bauwerken in Mecklenburg–Vorpommern. Das Gebäude steht dementsprechend in der zentralen Denkmalliste, der Schutz erstreckt sich auf das gesamte Bauwerk. Im Inneren sind historische Räumlichkeiten wie die Treppenanlage und der Festsaal zu bewundern.
Die Dächer und die wertvollen Fassaden wurden in den Jahren 1991–96 für ca. 2,7 Mio. € saniert. 1998 wurde mit der Sanierung der benachbarten, die Platzkontur mitbestimmenden Universitätsgebäude aus noch älteren Stilepochen begonnen.
Das Konzept der Fassadenrestaurierung wurde in intensiver Zusammenarbeit zwischen dem damaligen Landesbauamt Rostock, dem heutigen Geschäftsbereich Rostock des BBL M-V, dem Landesamt für Denkmalpflege, den Restauratoren und dem Baubetrieb erarbeitet. Dabei bedurfte die Neorenaissance-Fassade mit ihrer Vielzahl verwendeter Natur- und Kunststeinmaterialien mit unterschiedlichem Erhaltungszustand differenzierte Betrachtungsweisen und Lösungen für die umfangreiche Sanierungsaufgabe.

Innensanierung ist Teil des Investitionsprogramms des Landes

Universität Rostock, Universitätshauptgebäude © 2009 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommerngrößer Nach der Sanierung des Daches und der Fassade soll nun das gesamte Gebäude im Inneren saniert werden. Die Baumaßnahme "Grundinstandsetzung des Universitätshauptgebäudes - Innensanierung" ist Bestandteil der Zielvereinbarung zwischen der Universität Rostock und der Landesregierung aus dem Jahre 2006. Da diese Baumaßnahme im Rahmen des Investitionsprogramms der Landesregierung, "Wachstum stärken – Investitionen sichern", beschleunigt durchgeführt werden soll, wurde nunmehr entschieden, nicht zuletzt aus Gründen einer schnellen und wirtschaftlichen Baudurchführung, zwei (weitere) Realisierungsabschnitte gleichzeitig auszuführen. Die Gesamtbaumaßnahme kann somit 12 Monate früher als bislang geplant fertig gestellt werden. Mit dem Vorziehen dieser Baumaßnahmen, Baubeginn Sommer 2009, unterstützt die Landesregierung auch die heimische Bauwirtschaft.
Die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks umfasst neben der Grundinstandsetzung des Mittelbaus einschließlich des Hofanbaus und rechten Flügels (Archivanbau) auch das "Neue Museum" mit Flächen für Lehre und Forschung.
Die Sanierungsaufgabe für das Universitätshauptgebäude, das von kulturhistorischer und städtebaulicher Bedeutung ist, besteht im Wesentlichen in der Rekonstruktion und Restaurierung ausgewählter historischer Raumstrukturen, insbesondere der repräsentativen Bereiche wie u.a. von Eingangshalle, Haupttreppenbereich und Rektorbereich. Historische Wand-, Decken- und Bodengestaltungen in der Halle, auch Flure und Treppenräume sollen wieder hergestellt werden.

Mit den Baumaßnahmen sollen insbesondere folgende Ziele umgesetzt werden:

  • Grundsanierung der gesamten inneren Gebäudestruktur unter Beachtung aller denkmalschutzrechlichen Belange,
  • Verbesserung der Bedingungen für Lehre und Ausbildung (zwei Hörsäle, acht Seminarräume),
  • Ertüchtigung der historischen Aula als Versammlungsstätte, Einbau einer Belüftungsanlage,
  • Erneuerung der gesamten haustechnischen Anlage,
  • Gewährleistung einer barrierefreien Erschließung und
  • Erneuerung der Sanitäranlagen und der Brandschutzmaßnahmen.
Die berechneten Gesamtkosten der Entwurfsplanung für das Universitätshaupt-gebäude betragen etwas mehr als 14,6 Mio. €. Der Baubeginn ist Sommer 2009 vorgesehen. Bauvorbereitende Maßnahmen, wie beispielsweise der komplette Freizug des Gebäudes, werden derzeit durch den BBL M-V planerisch getroffen, damit Baufreiheit zur Umsetzung des Bauvorhabens besteht. Für die Dauer der Bauzeit sollen die Mitarbeiter des Universitätshauptgebäudes in dem bis vor kurzem von der Bundespolizei genutzten Gebäude 3 auf dem Campus in der Ulmenstraße untergebracht werden. Dieses Gebäude steht seit Ende 2008 leer und wird im Frühjahr 2009 für die Nutzung als Ausweichquartier hergerichtet. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude wird das Gebäude in der Ulmenstraße durch die Universität Rostock genutzt.

Planungsdaten Universität Rostock, Universitätshauptgebäude

geplanter Baubeginn
III. Quartal 2009
geplantes Bauende
IV. Quartal 2012
geplante Kosten
14,6 Mio. €
Architekt
Dr. Rainer Grebin, Rostock
07.02.2012