
Entwurf: Eßmann | Gärtner | Nieper Architekten GbR, Leipzig

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Die Preisgerichtssitzung fand im historischen Konzilsaal des Hauptgebäudes der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sowie im benachbarten Konferenzraum, in dem vorher alle Wettbewerbsarbeiten aufgebaut worden waren, statt. Das Preisgericht unter Vorsitz des Dortmunder Architekten Herrn Prof. Eckhard Gerber wählte in mehreren Bewertungsrundgängen aus den 20 eingereichten Beiträgen die besten Arbeiten und den 1. Preisträger aus. Aus letztendlich 9 in der engeren Wahl verbliebenen Entwürfen wurde nach spannenden und angeregten Disskussionen der Siegerentwurf bestimmt.
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Die Wettbewerbsteilnehmer hatten eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe zu lösen. Der betreffende Gebäudekomplex befindet sich in der nördlichen Innenstadt Greifswalds, zwischen der Friedrich-Loeffler-Straße und dem Flüsschen Ryck. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble der ehemaligen Medizinischen und Chirurgischen Kliniken soll umstrukturiert werden und nach einem Umbau und umfassender Sanierung für die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachdisziplinen hergerichtet und durch diese nachgenutzt werden. Für diese neue Nutzung ist es erforderlich, fehlende Nutzungsbausteine zu ergänzen, die den Universitätsbetrieb gewährleisten und dem Campus eine eigenständige Position innerhalb der universitären Standorte in Greifswald geben können. Aufgabe des Wettbewerbs war es daher, im Rahmen einer Hochbaulichen Vorentwurfsplanung am Campus Loefflerstraße Neubauten für zentrale Hörsäle, eine Bereichsbibliothek für die Geisteswissenschaften und einer Ausgabemensa in den vorhandenen Gebäudekomplex zu integrieren. Die Klinikgebäude bilden derzeit ein in sich geschlossenes Ensemble, in dem sich ein Baufenster für die neuen Nutzungen an der Hunnenstraße durch die Aufgabe und den geplanten Abriss von Nebengebäuden ergeben hat. Auf diesem Baufeld war ein Raumbedarf von insgesamt ca. 5.840 m² HNF in einem kombinierten Neubau umzusetzen, wobei denkmalgeschützte Bestandsgebäude an der Hunnenstraße eingebunden werden sollten. Mit dem Wettbewerbsbeitrag sollte neben Vorschlägen zur Nutzung alternativer Energiegewinnung und für intelligente zukunftsfähige Energiekonzepte auch die Realisierung in Bauabschnitten, unter Vorgabe der Mensa als letzten Bauabschnitt, berücksichtigt und dargestellt werden.
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Als Sieger und damit Gewinner des mit 28.000 € prämierten 1. Preises wurde einstimmig das Leipziger Büro Eßmann | Gärtner | Nieper Architekten GbR ausgewählt. Nach Einschätzung des Preisgerichtes zeichnet sich deren Entwurf durch seine zurückhaltend gestalteten Baumassen und klaren Strukturen, die in einem angemessenem Kontext zum historischen Gebäudebestand treten, aus. Es wird eine gelungene städtebauliche Situation mit neuen baulichen Höhepunkten des Quartiers geschaffen. Insbesondere der neue Baukörper für die geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek greift mit seinen zwei Giebeln sowohl die markante Gebäudegestaltung der chirurgischen Klinik an der Nordseite als auch der im Hafenbereich befindlichen typischen Speicher auf.
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Anlass dieses Wettbewerbes war bzw. ist der geplante Neubau von Hörsälen, Bibliothek und Ausgabemensa am Standort Loefflerstraße 23 der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Mit dem Neubau des Universitätsklinikums Greifswald wird auch hier eine große historische Liegenschaft in der Altstadt mit wertvoller, denkmalgeschützter Bausubstanz frei gezogen. Der Umzug der Kliniken für Chirurgie und Innere Medizin auf den Campus am Berthold-Beitz-Platz ist voraussichtlich im Jahr 2011 geplant. Danach wird dieser Gebäudekomplex für die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen hergerichtet und durch diese nachgenutzt. Die Auslobung des Wettbewerbes erfolgte im August 2010. Maximal 21 Teilnehmer waren laut Ausschreibung vorgesehen, wovon bereits 5 Teilnehmer im Vorfeld direkt eingeladen worden waren. Bewerbungsschluss war der 17.September 2010. Bis zu diesem Tag gingen insgesamt 163 Bewerbungen im Greifswalder Geschäftsbereich des Betriebes für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern ein. Daraus erfolgte, nach Prüfung der formalen Anforderungen, die Auswahl bzw. Auslosung der restlichen 16 teilnehmenden Büros. In der Kategorie "Bewerber mit Bauerfahrung" wurden 12 Teilnehmer nach vorab festgelegten prüffähigen Entscheidungskriterien ausgewählt. Die Auswahl unter den Bewerbern in den Kategorien "Junges Büro" und "Kleines Büro" erfolgte, ebenfalls nach Prüfung der formalen Anforderungen, über ein Losverfahren. Der Versand der Auslobungsunterlagen an die 21 teilnehmenden Büros erfolgte Ende November 2010, ein Rückfragenkolloquium fand am 16. Dezember statt. Bis zum Abgabetermin der Wettbewerbsarbeiten am 22. Februar 2011 gingen 20 Beiträge ein. Mit der Preisgerichtssitzung am 7. April 2011 und der Auswahl des Siegers und der weiteren Preisträger findet das Wettbewerbsverfahren seinen Abschluss. Der Siegerbeitrag dient nun als Grundlage für die weiteren Planungen für dieses architektonisch anspruchsvolle, Stadtbild und Universität prägende Bauvorhaben.