
Blick von Südosten auf den Neubau des Polizeizentrums in der Wolgaster Chausseestraße.

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Die alte Polizeiwache befand sich auf demselben Grundstück, in dem dort 1956 ursprünglich als Feuerwache erbauten Gebäude. Das Kriminalkommissariat war seit 1980 auf der Liegenschaft in zwei Containeranlagen untergebracht, die WSPI befand sich in einem Gebäude in der Wolgaster Breiten Straße. Sowohl die Gebäude- als auch die Raumstruktur in den drei Bestandsgebäuden entsprachen nicht den Anforderungen an eine funktionelle und moderne Polizeidienststelle. Die vorhandene Bausubstanz war verschlissen, ein Feuerlöschturm und Garagen waren für die Polizei nicht erforderlich. Zusätzlich dazu beeinträchtigte die räumliche Trennung der einzelnen Dienststellen eine repräsentative, effektive, bürgernahe Polizeiarbeit seit längerem ganz erheblich.
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Der Abbruch des alten Feuerwehrgebäudes erfolgte im Oktober 2010. Für die Mitarbeiter des PR wurde eine Containeranlage im hinteren Teil der Liegenschaft zur Verfügung gestellt, die während der Bauzeit als Unterbringung diente. Die KK-Ast verblieb während der Bauzeit in den bereits vorhandenen Containern. Ebenso verblieb die WSPI bis zum Ende der Bauzeit am ehemaligen Standort Breite Straße. Der vorhandene Funkturm musste während und auch nach der Baumaßnahme in Funktion bleiben und wird erst nach Umstellung auf Digitalfunktechnik, voraussichtlich im Laufe des Jahres 2015 abgebrochen. Für die Funkturmtechnik, die sich im Keller des Bestandsgebäudes befand, wurde ein gesonderter Container übergangsweise bereitgestellt. Die neu errichtete Netzersatzanlage versorgt gleichzeitig die Containeranlagen und das neue Dienstgebäude mit Strom.
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Der dreigeschossige Neubau mit Flachdach und ohne Keller wurde entsprechend den funktionellen Anforderungen als "zeitgemäßer Zweckbau" geplant und gebaut. Die einzelnen Bereiche des Polizeizentrums sind jeweils in einer Etage untergebracht. Im Erdgeschoss sind PR mit Wache, im 1. Obergeschoss die KK-Ast sowie gemeinsam genutzte Räume, wie z. B. Schulungsraum, und im 2. Obergeschoss die WSPI und alle Umkleide- und Sanitärräume zu finden. Der Gewahrsamsbereich liegt ebenfalls im Erdgeschoss, in einem eingeschossigem Anbau im Hofbereich und ist von der Strasse aus nicht einsehbar. Er ist über einen eigenen, separaten Zugang zu erreichen. Der behindertengerechte Zugang ist in allen Etagen durch einen Personenaufzug und den ebenerdigen Haupteingang gegeben. Garagen und Stellplätze für die Dienstfahrzeuge befinden sich im hinteren Teil der Liegenschaft.
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Das neue Gebäude nimmt, trotz seines geringfügigen Versatzes gegenüber dem vorherigen Bestand, mit seinem L-förmigen Grundriss die ursprüngliche städtebauliche Situation des abgebrochenen ehemaligen Feuerwehrgebäudes wieder auf. Es ist als heller Putzbau mit teilweise im Eckbereich vorgesetzten Fassadenplatten aus Eternit errichtet, deren blaue Farbe einen Bezug zur polizeilichen Nutzung herstellt. Diese Betonung der zur Kreuzung gerichteten Gebäudeecke und des Eingangsbereiches war die Grundidee des Entwurfes. Die horizontalen Fensterbänder resultieren aus der innen liegenden Funktion und der unterschiedlichen Aufteilung der Räume in den Achsbreiten. Bereiche, an denen Wände anschließen, wurden gemauert und mit vorgesetzten Fensterpaneelen verkleidet. Durch die unterschiedliche Anordnung der Paneele in den Fensterbändern der Geschosse wird die sonstige Strenge des Baukörpers spielerisch aufgehoben. Die Fensterbänder an der Süd- und Westseite erhielten eine umlaufende Blende aus Stahl für den außen liegenden Sonnenschutz aus farbigen Schiebeläden. Der Eingangsbereich mit Wache wird durch das Vorschieben der Ecke betont. Das Vordach erhält dadurch seine bauliche Einbindung. Ein beleuchteter Schriftzug "Polizei" sowie Amtsbezeichnungen der untergebrachten Dienststellen sorgen direkt neben dem Haupteingang für eine öffentlichkeitswirksame und bürgernahe Präsenz der Polizei und gewährleisten eine gute Orientierung für die Besucher.
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Im Treppenhaus, direkt unter der Dachflächenverglasung, fand das Kunstobjekt "Wie gemalt" seinen Platz. 18 farbige, transparente, 3 mm starke Plexiglas-Platten jeweils in der Größe 32 x 300 cm, schweben im mittleren Freiraum des Treppenauges. Die Platten sind in der Breite nach einem bestimmten System geordnet, die Anordnung der Platten in der Höhe variiert willkürlich. Die Künstlerin Ruzica Zajec stellt mit ihrem Kunstwerk den "Wechsel von der Ordnung in das Ungeordnete und wieder zurück zur Ordnung" dar, der mit der Gesellschaft und ihren Gesetzen vergleichbar ist. Die Kosten von 17.000 € für die Installation, die in dem farblich zurückhaltenden Innenbereich visuell sofort Aufmerksamkeit erregt und beim Betrachter positive Stimmung aufkommen lässt, werden vom Land Mecklenburg-Vorpommern investiert.
| 12.2009 |
Planungsauftrag zur Erstellung der Entwurfsunterlage (EW-Bau) |
| 02.2010 |
Aufstellung der EW-Bau |
| 08.2010 |
Schaffung Interimslösung |
| 10.2010 |
Abbrucharbeiten |
| 03.2011 |
Baubeginn mit Baustelleneinrichtung und Erdarbeiten für den Neubau |
| 14. Juli 2011 |
Richtfest |
| 06.2012 |
Einzug des PR und der KK-AST |
| 09.2012 |
Rückbau Interimslösung und Bürocontainer der KK-AST |
| 11.2012 |
Einzug WSPI Wolgast und Fertigstellung Kunst am Bau |
| 12.2012 |
Fertigstellung der Aussenanlagen |
| 10. Januar 2013 |
Feierliche Übergabe |
| Bauherr |
Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften, Geschäftsbereich Greifswald |
| Baukosten |
5,1 Mio. € |
| Kunst am Bau |
"Wie gemalt", Künstlerin Ruzica Zajec, Kosten ca. 17.000 € |
| Bauzeit |
22 Monate (03.2011 bis 12.2012) |
| Hauptnutzfläche |
1.232 m² |
| Nutzfläche |
1.425 m² |
| Brutto-Geschossfläche |
2.441 m² |
| Brutto-Rauminhalt |
8.050 m³ |
| Architekt |
Architekturbüro Albert und Beyer, Rostock |
| Haustechnik |
PlanTec und Ingenieurgesellschaft Hellwig Stier |
| Tiefbau |
aib Bauplanung Nord |