© 2011 Assmann Beraten+Planen GmbH, Dortmund
Neubau Institut für Informatik und Rechenzentrum mit Audiovisuellem Medienzentrum, Universität Rostock
Der Rotton der Fassaden gibt dem Gebäude einen modernen Charakter.
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Universität Rostock, Neubau Institut für Informatik und Rechenzentrum mit Audivisuellem Medienzentrum
04.12.2011 | Hochschulbau
Mit dieser Neubaumaßnahme unseres BBL M-V Geschäftsbereiches Rostock entstehen hochwertige und dem neuesten Stand entsprechende Studien- und Arbeitsplätze für ca. 650 Studenten und Mitarbeiter der Universität Rostock auf dem Campus in der Rostocker Südstadt. Mit dem Neubau wird die Entwicklung des universitär genutzten Areals entlang der Albert-Einstein-Straße entsprechend des Masterplans weitergeführt.
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Durch die Zusammenfassung der Bereiche Informatik, Rechenzentrum und Medienzentrum in einem Gebäude werden Synergien erzeugt, die zu einer erheblichen Leistungssteigerung in Forschung und Lehre führen werden.
Das Rechenzentrum, als wesentlicher Bestandteil des Neubaus, ist das Herzstück der Kommunikationsstruktur aller Standorte der Universität Rostock und sichert die Daten von Forschung, Lehre und Verwaltung. Daher hat die Gewährleistung der technischen Verfügbarkeit der Großrechner und Servereinheiten oberste Priorität für den Hochschulbetrieb.
Aufgrund seiner Spezifik ist das Gebäude hochgradig technisch ausgerüstet, so dass auch den Kosten für den laufenden Betrieb eine besondere Bedeutung zukommt. Aus diesem Grunde wurden zur Kosteneindämmung bereits in der Planungsphase alternative Energiekonzepte erarbeitet und entsprechend umgesetzt.
Das Rechenzentrum, als wesentlicher Bestandteil des Neubaus, ist das Herzstück der Kommunikationsstruktur aller Standorte der Universität Rostock und sichert die Daten von Forschung, Lehre und Verwaltung. Daher hat die Gewährleistung der technischen Verfügbarkeit der Großrechner und Servereinheiten oberste Priorität für den Hochschulbetrieb.
Aufgrund seiner Spezifik ist das Gebäude hochgradig technisch ausgerüstet, so dass auch den Kosten für den laufenden Betrieb eine besondere Bedeutung zukommt. Aus diesem Grunde wurden zur Kosteneindämmung bereits in der Planungsphase alternative Energiekonzepte erarbeitet und entsprechend umgesetzt.
Städtebau
Galerie
Das Gebäude liegt auf einem der im Masterplan vorgegebenen Baufelder von je 60 x 60 m Kantenlänge und orientiert sich mit seinen Baukörperkanten weitestgehend entlang der Baufeldgrenzen. Dabei umschließt das Gebäude eine "Freifläche", die als glasgedecktes Atrium ausgebildet wurde.Das Gebäude ist 4-geschossig organisiert und fügt sich mit seiner Gebäudehöhe in die zu erwartende Höhenentwicklung der weiteren zukünftigen Gebäude ein.
Durch einen Rücksprung des Gebäudes gegenüber der Baufeldgrenze im Nordwesten wird zusammen mit dem Atrium eine Flächenabfolge vom öffentlichen Grünbereich, über eine dem Gebäude zugeordnete Freifläche bis zum halböffentlichen klimageschützten Innenbereich gebildet. Dies führt zu einer Verzahnung von Innen und Außen mit Steigerung der Aufenthaltsqualität außerhalb und innerhalb des Gebäudes.
Grundrisse
Die Grundrisse sind "windmühlenartig" organisiert mit einer vertikalen Erschließung an allen 4 Gebäudeseiten. Das räumliche Zentrum des Gebäudes bildet das Atrium, welches als Klimapuffer dient und einen wesentlichen Baustein des energetischen Gesamtkonzeptes darstellt. Das Atrium ist von unterschiedlichsten Bereichen des Gebäudes aus erlebbar und bietet im Erdgeschoss eine klimageschützte Verweil- und Kommunikationszone.
Im Bereich des Atriums bilden Verbindungsstege den "Brückenschlag" zwischen den gegenüberliegenden Gebäudebereichen und schaffen somit eine ringförmige Erschließung.
Die einzelnen Grundrissebenen sind in öffentliche, halböffentliche und geschlossene Bereiche gegliedert. Dabei liegen die Lehr- und Seminarräume aus funktionalen und technischen Gründen am Atrium, die Büros an den äußeren Fassaden.
Im Erdgeschoß ist ein wesentlicher Teil der haustechnischen sowie betriebstechnischen Räume untergebracht, mit dem Rechenzentrum als "Herzstück", welches unmittelbar am Atrium liegend auch für Nutzer und Besucher erkennbar wird.
Im Bereich des Atriums bilden Verbindungsstege den "Brückenschlag" zwischen den gegenüberliegenden Gebäudebereichen und schaffen somit eine ringförmige Erschließung.
Die einzelnen Grundrissebenen sind in öffentliche, halböffentliche und geschlossene Bereiche gegliedert. Dabei liegen die Lehr- und Seminarräume aus funktionalen und technischen Gründen am Atrium, die Büros an den äußeren Fassaden.
Im Erdgeschoß ist ein wesentlicher Teil der haustechnischen sowie betriebstechnischen Räume untergebracht, mit dem Rechenzentrum als "Herzstück", welches unmittelbar am Atrium liegend auch für Nutzer und Besucher erkennbar wird.
Fassaden
Galerie
Mit Bezug auf die technisch ausgerichtete Nutzung des Gebäudes ist die Grundstruktur der Fassaden rational angelegt und basiert auf einer monotaktischen Gliederung. Die Forschung und Lehre als kreative Inhalte der Nutzung stehen für Veränderung und Bewegung und finden in einem "Aufbrechen" der rationalen Fassadengliederung mittels unterschiedlich großer und zum Teil gegeneinander versetzter Fenster ihren Ausdruck. Dies wird in Teilbereichen durch großflächige Unterbrechungen mit einem Wechsel im Fassadenmaterial verstärkt.Diese Struktur wird auf die Gliederung der Vorhangfassade aus groß- und mittelformatigen Faserzementtafeln übertragen. In den "Störbereichen" besteht die Vorhangfassade aus Aluminiumtafeln analog zum Material der Fenster.
Die Lage der Fenster korrespondiert mit der Lage der Räume und liegt wie diese auf einem Grundraster von 1,25 m.
Der Rotton der Fassaden gibt dem Gebäude einen modernen Charakter und führt durch eine erdige Nuance zu einer hohen Akzeptanz bei den Nutzern. Zusammen mit dem Goldbeige der Aluminium-Fassadentafeln und der Fenster, dem Schwarzton der Zargenbleche und nicht zuletzt auch dem Stellenwert der Detailausbildung erhält das Gebäude in seiner Erscheinung eine hohe Wertigkeit.
Im Atrium setzt sich das Rot der Fassade meanderförmig fort. An der Westseite des Atriums wurde die Fassade aufgelöst; das Tragwerk sowie das weiße Innenleben kommen hier zum Vorschein und bilden mit den Brücken eine Art Endpunkt der Fassaden. Die Farben der Fassaden finden sich im Gebäudeinneren entsprechend wieder.
Energiekonzept
Das energetische Gesamtkonzept besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten, wobei das Atrium den Kernbaustein bildet:
Durch die verglaste Überdachung des Innenhofes werden solare Energiegewinne erzielt. Gleichzeitig wird das für Energieverluste entscheidende Verhältnis von Gebäudeaußenfläche zu Gebäudevolumen deutlich verbessert.
Die Gebäudeabluft wird nach Wärmerückgewinnung über das Atrium ins Freie geführt. Dabei stellt sich in den Wintermonaten eine Durchschnittstemperatur innerhalb des Atriums von mindestens 16° C ein.
Aufgrund dieser Mindesttemperatur in den Wintermonaten kann auf eine Fassade zwischen Atrium und dem westlichen angrenzenden Flurbereich sowie auf eine Wärmedämmung der anderen Atriumfassaden verzichtet werden.
Das gesamte Gebäude wurde mit dem Atrium bereits in der frühen Planung energetisch simuliert. Mit dieser energetischen Simulation wird unter anderem nachgewiesen, dass bei den gegebenen baulichen Verhältnissen ein zusätzlicher Wärmeschutz unterhalb des Atriumdaches zur Erzielung des sommerlichen Wärmeschutzes nicht erforderlich ist.
Die Konzeption der Wärmeversorgung sieht grundsätzlich vor, vorrangig die Abwärme aus dem Bereich des Rechenzentrums zur Beheizung des Gebäudes zu nutzen und nur zur Spitzenlastabdeckung bei tiefen Außentemperaturen, bei möglichen Betriebsunterbrechungen oder Modifikationen in der Nutzung einen geringen Teil der Wärme aus dem vorhandenen Fernwärmenetz der Hansestadt Rostock zu beziehen (bivalente Versorgung).
Die im Rechenzentrum anfallenden hohen Wärmelasten werden durch drei Kältemaschinen kompensiert. Mit der Nutzung der Abwärme zu Heizzwecken (Wärmepumpenprinzip) erfolgt dabei eine optimale Energieausnutzung.
Die Grundtemperierung des Gebäudes erfolgt über thermoaktive Decken (Betonkernaktivierung) mit einer Vorlauftemperatur von ca. 25° - 28°C. Dadurch bedingt kann die Abwärme der Kältemaschinen / Wärmepunmpen in einem energetisch optimalen Temperaturbereich mit hohen Leistungszahlen genutzt werden. Für Wintertage mit tiefen Außentemperaturen steht ergänzend ein statisches Heizsystem mit hochkonvektiven Heizkörpern zur Verfügung. Das statische Heizsystem wird ebenfalls über die Kältemaschinen mit dann höheren Verflüssigungstemperaturen versorgt.
In den Sommermonaten können die thermoaktiven Decken über entsprechende Umschalteinrichtungen mit Klimakaltwasser beschickt werden und zur Abführung der dann vorhandenen Wärmelasten genutzt werden (Grundlastkühlung).
Durch ein intelligentes Gebäudeautomationssystem werden die betriebstechnischen Anlagen jeweils energie- und somit kostenoptimiert betrieben. Unterstützt wird dies durch eine nutzungsabhängige Lichtsteuerung.
- Klimapuffer durch das überdachte Atrium
- Wärmegewinn durch Luftrückführung ins Atrium
- Nutzung der Abwärme aus dem Rechenzentrum
- Heizen/Kühlen durch Betonkernaktivierung
- intelligente Gebäudeautomation und Lichtsteuerung
Durch die verglaste Überdachung des Innenhofes werden solare Energiegewinne erzielt. Gleichzeitig wird das für Energieverluste entscheidende Verhältnis von Gebäudeaußenfläche zu Gebäudevolumen deutlich verbessert.
Die Gebäudeabluft wird nach Wärmerückgewinnung über das Atrium ins Freie geführt. Dabei stellt sich in den Wintermonaten eine Durchschnittstemperatur innerhalb des Atriums von mindestens 16° C ein.
Aufgrund dieser Mindesttemperatur in den Wintermonaten kann auf eine Fassade zwischen Atrium und dem westlichen angrenzenden Flurbereich sowie auf eine Wärmedämmung der anderen Atriumfassaden verzichtet werden.
Das gesamte Gebäude wurde mit dem Atrium bereits in der frühen Planung energetisch simuliert. Mit dieser energetischen Simulation wird unter anderem nachgewiesen, dass bei den gegebenen baulichen Verhältnissen ein zusätzlicher Wärmeschutz unterhalb des Atriumdaches zur Erzielung des sommerlichen Wärmeschutzes nicht erforderlich ist.
Die Konzeption der Wärmeversorgung sieht grundsätzlich vor, vorrangig die Abwärme aus dem Bereich des Rechenzentrums zur Beheizung des Gebäudes zu nutzen und nur zur Spitzenlastabdeckung bei tiefen Außentemperaturen, bei möglichen Betriebsunterbrechungen oder Modifikationen in der Nutzung einen geringen Teil der Wärme aus dem vorhandenen Fernwärmenetz der Hansestadt Rostock zu beziehen (bivalente Versorgung).
Die im Rechenzentrum anfallenden hohen Wärmelasten werden durch drei Kältemaschinen kompensiert. Mit der Nutzung der Abwärme zu Heizzwecken (Wärmepumpenprinzip) erfolgt dabei eine optimale Energieausnutzung.
Die Grundtemperierung des Gebäudes erfolgt über thermoaktive Decken (Betonkernaktivierung) mit einer Vorlauftemperatur von ca. 25° - 28°C. Dadurch bedingt kann die Abwärme der Kältemaschinen / Wärmepunmpen in einem energetisch optimalen Temperaturbereich mit hohen Leistungszahlen genutzt werden. Für Wintertage mit tiefen Außentemperaturen steht ergänzend ein statisches Heizsystem mit hochkonvektiven Heizkörpern zur Verfügung. Das statische Heizsystem wird ebenfalls über die Kältemaschinen mit dann höheren Verflüssigungstemperaturen versorgt.
In den Sommermonaten können die thermoaktiven Decken über entsprechende Umschalteinrichtungen mit Klimakaltwasser beschickt werden und zur Abführung der dann vorhandenen Wärmelasten genutzt werden (Grundlastkühlung).
Durch ein intelligentes Gebäudeautomationssystem werden die betriebstechnischen Anlagen jeweils energie- und somit kostenoptimiert betrieben. Unterstützt wird dies durch eine nutzungsabhängige Lichtsteuerung.
Nachhaltigkeit
Ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeit bei diesem Neubau liegt im effizienten Umgang mit Energie. Mit architektonischen und technischen Mitteln ist es gelungen, die Abwärme des Rechenzentrums als "Abfallprodukt" so zu nutzen, dass heiztechnisch ein weitestgehend autarkes Gebäude entsteht.
Mit vertretbarem Aufwand im Bereich der Investitionskosten bei gleichzeitiger Unterschreitung des vorgegebenen Baubudgets ergibt sich so ein schonender Umgang mit natürlichen Resourcen sowie eine langfristige Reduzierung der Betriebskosten.
Das Atrium, welches ursprünglich im Raumprogramm nicht vorgesehen war, ist als wesentlicher Baustein des Energiekonzeptes zugleich als Aufenthalts- und Kommunikationszone ein zentraler Ort innerhalb des Gebäudes mit hoher architektonischer Qualität.
Mit vertretbarem Aufwand im Bereich der Investitionskosten bei gleichzeitiger Unterschreitung des vorgegebenen Baubudgets ergibt sich so ein schonender Umgang mit natürlichen Resourcen sowie eine langfristige Reduzierung der Betriebskosten.
Das Atrium, welches ursprünglich im Raumprogramm nicht vorgesehen war, ist als wesentlicher Baustein des Energiekonzeptes zugleich als Aufenthalts- und Kommunikationszone ein zentraler Ort innerhalb des Gebäudes mit hoher architektonischer Qualität.
Gebäudekennwerte Informatik mit Rechenzentrum und Audivisuellem Medienzentrum
| Gesamtkosten (KG 300-700) |
21,3 Mio. € |
| geplante Bauzeit |
04.2009 bis 04.2011 |
| Hauptnutzfläche |
4.201 m² |
| Bruttogeschossfläche |
9.465 m² |
| Bruttorauminhalt |
41.946 m³ |
| Vollgeschosse / Untergeschosse |
4 / 0 |
| Projektleitung / Bauherr |
bbl-mv, Geschäftsbereich Rostock |
| Architekten |
Assmann Beraten+Planen GmbH, Dortmund |
Text und Bilder
Mit freundlicher Unterstützung von Architekt Klaus Berkel, Gesamtprojektleiter des Generalplaners, aus dem beauftragten Büro Assmann Beraten+Planen, Dortmund.
Links
- Interview - Heizenergie sparen - mit kühlen Rechnern
- Assmann Beraten+Planen, Dortmund
- Aktuell - Grundstein wurde in der Südstadt gelegt
04.12.2011