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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Denkmalgerechte Restaurierung des historischen Schlossgartens in Güstrow

19.12.2017 | ELER im BBL M-V
In der ELER-Förderperiode 2007 bis 2013 wurde insbesondere der Große Lustgarten bearbeitet. Ca. 10.000 m³ wasserundurchlässiges Bodenmaterial mussten innerhalb des Laubengangs im Großen Lustgarten abgetragen werden. In der Förderperiode 2014 bis 2020 werden das Schloss Güstrow mit seiner Außenhülle, die Mauern mit Altan und die Südterrasse restauriert sowie in Teilbereichen der Schlossgarten fertiggestellt.

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete

Maßnahmen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Aufwertung kulturhistorischer Bausubstanz zum Schutz und der Erhaltung des ländlichen Kulturerbes bei Schlössern, Gutsanlagen und Parks
Schlossgarten Güstrow - Denkmalgerechte Restaurierung

Historie

Bereits aus slawischer Zeit wurde eine Burg auf dem heutigen Gelände des Schlosses Güstrow nachgewiesen. Seit 1557 wurde die Burganlage sukzessive zu einem Renaissanceschloss um- und ausgebaut. 
Zeitgleich mit dem ersten Schlossaufbau ließ Herzog Ulrich zu Mecklenburg einen herrschaftlichen Lustgarten errichten. Seit dem Aussterben der herzoglichen Linie 1695 wurden Gebäude und Garten vernachlässigt und im Laufe der Jahre überformt. Von 1963 bis 1978 erfolgte parallel zu den Arbeiten im  Schloss eine umfangreiche Restaurierung des Schlossgartens. Jedoch hat sich seitdem der Zustand der gesamten Schlossanlage im Lauf der Zeit erheblich verschlechtert.

Ausgangssituation

Alterungsprozesse, mangelnde finanzielle Mittel und Ressourcen ließen den Schlosspark verwildern.
Die Gartenanlage gilt als Zeugnis der DDR-Gartendenkmalpflege Ende der 1970er Jahre und sollte als solche wiederhergestellt werden.

Leistungsumfang Schlossgarten ELER-Förderperiode 2007 bis 2013

In der ELER-Förderperiode 2007 bis 2013 wurde insbesondere der Große Lustgarten bearbeitet. Ca. 10.000 m³ wasserundurchlässiges Bodenmaterial mussten innerhalb des Laubengangs im Großen Lustgarten abgetragen werden. Das Aushubvolumen wurde durch wasserdurchlässige Wegeaufbauten und dränierte Beete ersetzt, die in ihrem Aufbau einem modernen Dachgarten ähneln. Dabei wurden die historischen Strukturen der Wege und Beete sehr genau beibehalten und die Einfassungen aus Beton wieder verwendet.
Durch die flächige Entwässerung des Großen Lustgartens können sich die geplanten Pflanzen zukünftig besser entwickeln und ihre angedachte räumliche Funktion einnehmen. Zusätzliche Pflanzungen führen die Planungen der 1970er Jahre konsequent fort. Bei der Wiederherstellung wurde sehr genau darauf geachtet, die ehemalige Denkmalstruktur zu erhalten. Auf ästhetische Korrekturen wurde aufgrund der ohnehin schon enormen Eingriffe insbesondere in den Großen Lustgarten verzichtet.
Bei der Beräumung der Flächen des Großen Lustgartens wurde rötliches Material der Deckschicht in den Wegen vorgefunden, das in den 1990er Jahren durch gelbliches Material ergänzt wurde. Bei Wiederherstellung der Flächen wurde ein optisch ähnlich rötliches Material verwendet.
Die Strukturen des Großen Lustgartens sind durch Buchsbaumhecken gefasst; ca. 2.600 laufende Meter Einfassungen der Beete wurden mit Buchs bepflanzt.
So wurde das hier besondere Thema Buchsbaumsterben und die damit verbundenen Risiken bei der Wiederherstellung des Schlossgartens ausführlich diskutiert, eine weniger anfällige Art sollte gepflanzt werden. Beim Großen Lustgarten ist von einer gut dränierten, sonnigen, luftigen, vollständig abgeräumten und pilzfreien - und damit optimalen - Fläche auszugehen.
Der Laubengang erfuhr einen fachgerechter Rückschnitt bis auf die alten Schnittstellen, die Öffnungen wurden wieder freigeschnitten. Die aufgewachsene Deckschicht der Wege im Laubengang wurden soweit zurückgenommen, sodass alle Saumsteine zur Einfassung der Hainbuchenhecke bündig sichtbar sind. Die Deckschicht wurde im Laubengang erneuert.

Restauratoren und Archäologen begleiteten die Planung und Bauausführung von u. a. Tiefbauarbeiten, Bodenersatz, Wegebauarbeiten nach dem Vorbild der 1960er bis 1970er Jahre, inklusive der Abbruch- und Pflanzarbeiten, inklusive der Rodungsarbeiten und Pflanzungen von Sträuchern und Beeten, sowie Rasenflächen, insbesondere der Wiederherstellung der Laubengänge und Pflanzungen der Einfassungen mit Buchsbaum.

Der Schlossgraben wurde mit neuen Uferbefestigungen u. a. als Spundwände saniert und ein Löschwasseranschluss für die Feuerwehr eingerichtet.
Im ehemaligen Brunnengarten wurde die für den ersten Löschwasserangriff erforderliche Zisterne eingebaut. Die gärtnerische Anlage erfolgt hier zu einem späteren Zeitpunkt. Der Pausengarten mit seinen Trockenmauern, Treppen und der Bepflanzung wurde zusammen mit dem Zugang von der Glevinerstraße ebenfalls behutsam restauriert.
Die Schuppen der ehemaligen Garagen, das Trafogebäude und die Anlagen der ehemaligen Gärtnerei wurden abgebrochen.

Perspektive Schlossanlage Förderperiode 2014 bis 2020

In der neuen Förderperiode werden das Schloss Güstrow mit seiner Außenhülle, die Mauern mit Altan und die Südterrasse restauriert sowie in Teilbereichen der Schlossgarten fertiggestellt.
 

Planungsdaten Restaurierung Schlossgarten Güstrow

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V Geschäftsbereich Schwerin
Gesamtkosten 3,6 Mio. Euro
Baubeginn 2.012
Bauende 2.014
Fläche ca. 40.000 m²
Stand: Dezember 2017

Kommen Sie mit zum Rundflug über den Schlossgarten und das Schloss in Güstrow!

Schlossgarten Güstrow Digitaler Spaziergang über dem Schlossgarten in Güstrow im August 2017. © 2017 Jörn Tirgrath, Röbel/Müritz

Schloss Güstrow