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"Es muss niemand im Dunkeln sitzen."

11.07.2012 | Ein Interview zur Energiesparaktion A+
Hans-Joachim Schreiber (61) leitet seit 20 Jahren die Geschäftsstelle im Finanzamt Güstrow. Der verheiratete Familienvater mit einem Sohn ist selbst in der Elektrobranche groß geworden. Nicht nur im eigenen Büro sorgt der Energiebeauftragte für den sparsamen Umgang mit Strom und Wärmeenergie.

A+

Hier im Finanzamt Güstrow arbeiten 107 Kolleginnen und Kollegen. Das sind eine Menge Energiesparer, für die Sie nicht nur als Geschäftsstellenleiter verantwortlich sind, sondern denen Sie seit Kurzem als Energiebeauftragter beratend zur Seite stehen. Passt diese Aufgabe zu Ihnen?

Hans-Joachim Schreiber

Die Aufgabe passt ganz hervorragend zu mir. Ich beschäftige mich mit Allgemeinem und Organisatorischem hier, also alles rund um die eigentlichen Aufgaben meiner Kolleginnen und Kollegen in ihren steuerlichen Sachgebieten. Da gehört das Energiesparen dazu.

A+

Wie stehen Sie persönlich zur Energiesparaktion?

Hans-Joachim Schreiber

Das ist eine Sache, die jeden etwas angeht, auch mich. Die zehn Tipps, welche der BBL M-V mit der Energiesparaktion A+ herausgearbeitet hat, sind ja grundsätzlich nichts Neues. Das mache ich zuhause sowieso: Licht ausschalten wenn ich aus dem Zimmer gehe, nichts vor die Heizkörper stellen und abends noch alle "Stromfresser" ausschalten - denn das im "Standby-Modus" trotzdem Strom verbraucht wird, das sollte sich herumgesprochen haben. Und weil ich das privat so mache, brauche ich mich im Dienst auch nicht zu verstellen. Ich stehe zu A+ !

A+

Als Energieberater stehen Sie seit September 2011, dem Beginn der Pilotierungsphase der Energiesparaktion A+, Ihren Kolleginnen und Kollegen im Finanzamt beratend zur Seite. Wie dürfen wir uns das bei Ihnen vorstellen?

Hans-Joachim Schreiber

Ich suche das Gespräch. Das tue ich übrigens immer. Dabei geht es mir nicht darum die Welt auf "besserwisserisch" zu erklären oder zu belehren. Vielmehr erläutere ich, wie wir sehr leicht - nämlich mit kleinen Änderungen im eigenen Verhalten im Dienst - Energie einsparen können. Es soll niemand im Dunkeln sitzen, aber müssen Licht, PC-Monitor und die Wärmeplatte der Kaffeemaschine eingeschaltet sein, die Heizung voll aufgedreht und dabei das Fenster "auf Kippe" stehen, wenn ich in die Mittagspause oder zur 2-stündigen Dienstbesprechung gehe? Ich sage: Nein!
Das verbraucht unnötig Strom und Wärmeenergie und damit Geld aus dem Landeshaushalt, also Steuergelder. Und damit sollten wir verantwortungsvoll umgehen, denn das kann der Steuerzahler von uns erwarten. Nicht nur - aber gerade weil - wir ein Finanzamt sind.

A+

Was sagen Sie einem Kollegen, der bei 24 Grad Celsius Zimmertemperatur die Gewerbesteuererklärungen am besten bearbeiten kann?

Hans-Joachim Schreiber

Das bleibt selbstverständlich wie es ist! Ob Licht oder Wärmeenergie: Die optimalen Arbeitsbedingungen sind sehr individuell, da rede ich nicht rein. Der eine mag es wärmer, die andere heller, oder es gibt gesundheitliche Gründe. Auf alle wollen wir eingehen und in jedem Einzelfall eine Lösung finden, die optimales Arbeiten erlaubt und das Energiesparen aktiv berücksichtigt.
Das 3 Grad Celsius weniger Zimmertemperatur etwa 18 Prozent Wärmeenergie einsparen, werde ich jedoch als Information nicht vorenthalten, denn dafür bin ich da: informieren und beraten.

A+

Was wünschen Sie sich als Energiebeauftragter am Meisten?

Hans-Joachim Schreiber

Ich wünsche mir, dass wir alle mit offenen Augen durch das Leben bzw. die Dienststelle gehen und dabei - mit oder ohne meine Beratung - Strom, Wärmeenergie und Wasser sparen - nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen unserer Umwelt.

A+

Wie sah Ihr letzter Beitrag als Energiesparer am Arbeitsplatz aus?

Hans-Joachim Schreiber

Ich habe die Heizung auf "*" gestellt als ich in den Pfingsturlaub gegangen bin. Denn warum soll mein Büro geheizt werden, wenn ich nicht im Dienst bin?

A+

Vielen Dank!