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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Herrichtung des Rasenparterre im Schlossgarten Neustrelitz

21.06.2018 I ELER im BBL M-V
Die Europäische Union (EU) unterstützt u. a. die Entwicklung strukturschwacher Regionen auf unserem Kontinent. Damit möchte die Gemeinschaft der 28 Mitgliedsländer unterschiedlich stark bzw. schwach entwickelte Gebiete einander angleichen. Einen Teil dieser Investitionen setzt der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) in Mecklenburg-Vorpommern um.

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete

Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung des Kulturerbes "Schlösser und Parks"
Schlossgarten Neustrelitz - Herrichtung Rasenparterre

Geschichte

Der Schlossgarten Neustrelitz wurde in den Jahren 1731 und 1732 von Julius Löwe nach Fertigstellung des Residenzschlosses als Barockgarten angelegt, jedoch in den folgenden Jahrhunderten mehrfach tiefgreifend umgestaltet, überformt und zu einer mehrteiligen Parkanlage erweitert. Die erhaltene barocke Achse vom Schloss zum Zierker See, der im Stil eines Landschaftsparks gestaltet Garten mit dem Hirschtor als Anschluss an den Tiergarten und den Kopien antiker und klassizistischer Bildwerke entlang der Sichtachsen sowie die am östlichen Rand des Parks gelegene Orangerie, vermitteln noch heute ein Bild des Repräsentationswillens damaliger Zeit.
Die Hauptachse ausgehend vom ehemaligen Schloss über den Hebetempel zum Zierker See wird vom Rasenparterre mit seinem Skulpturenschmuck umschlossen. Auch die anderen Sichtachsen haben als Bezugspunkt die Schlossanlage, die 1945 durch Brandstiftung zerstört wurde. Seither haben Alterungsprozesse, fehlende finanzielle Mittel und Ressourcen den Schlossgarten verwildern lassen, die Skulpturen erodierten stark.

Planung und Umsetzung

Der Schlossgarten von Neustrelitz zählt zu den bedeutendsten Gartenanlagen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die denkmalgeschützte Anlage verfügt über eine Vielzahl erhaltener barocker Gartenstrukturen, die in der Entwicklungszeit landschaftlich überformt wurden.
Mit seinen sich verengenden Baumreihen in Bezug auf den Hebetempel sollte das Mittelparterre perspektivisch verlängert werden. Diese dominante Nord-Süd-Achse, an deren Hochpunkt das alte Schloss räumlich ursprünglich einen Orientierungs- und Blickpunkt darstellte, trägt die Idee des Schlossgartens. Die letzten Reste der ehemaligen Schlossanlage wurden 1950 abgetragen.

Die geplante Umsetzung dieser Baumaßnahme basiert auf dem 2007 dem Landesamt für Kultur und Denkmalschutz (LAKD) vorgelegten und genehmigten Parkpflegewerk und seiner Präzisierung in den Jahren 2009/2010. In der Durchführung der Maßnahme wird die Geometrie der Wege gegenüber dem Ist-Zustand angepasst, da die Untersuchungen ergaben, dass die Baumpflanzung in den 1980er Jahren nicht an den Originalstandorten erfolgte, sondern seitlich versetzt. Damit ist die Idee eines barocken Entwurfs der optischen Verlängerung des Rasenparterres durch die bewusst schrägen Fluchten maßgeblich verfälscht. Entsprechend werden auch die Vegetationsflächen angeglichen.
Aufgrund der Erkenntnisse aus der Anlagenforschung wurden die vorhandenen Linden unter Beachtung der Voraussetzungen des Artenschutzes gefällt und durch neue Bäume ersetzt. Die Pflanzung aus der DDR-Zeit ist aufgrund umfangreicher Ausfallerscheinungen, unzureichenden Wuchses und Verankerung sowie falschen Parallelverlaufs nicht mehr zu halten. Die Wege werden vollständig erneuert und der gelegentlichen Beanspruchung durch Pflegefahrzeuge angepasst. Eine Entwässerung der Oberflächen und partielle Drainage sollen zukünftige Anstauungen von Oberflächenwasser und deren negative Folgen verhindern. Gleichzeitig werden zur Gewährleistung einer optimalen Versorgung mit Wasser im Rasenparterre, analog zu den Schlossterrassen, Regner installiert. Diese werden durch den bereits vorgerüsteten Tiefenbrunnen gespeist. Wassergebundene Decken bilden den Hauptteil der befestigten Flächen. Alle Einbauten sind in einer zeitgemäßen Formensprache gehalten und auf das Wesentliche reduziert. Die Skulpturen werden restauriert und ihre ikonographische Ausrichtung nach denkmalpflegerischer Zielstellung in das Rasenparterre integriert.
Mit der Revitalisierung und Restaurierung des Rasenparterres wird einem verwilderten Areal im Herzen des Schlossgartens Neustrelitz seine Perspektive wortwörtlich wiedergegeben, den Bewohnern und Touristen wieder zugänglich gemacht und ein weiterer Teil der denkmalgerechten Wiederherstellung des Schlossgartens erreicht.

Planungsdaten Rasenparterre Schlosspark Neustrelitz

Bauherr Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich Schwerin
Gesamtbaukosten 1,8 Mio. Euro
Skulpturen 0,06 Mio. Euro
Schlosspark 1,6 Mio. Euro
Honorare 0,2 Mio. Euro
Baubeginn Mai 2018
geplantes Bauende Mitte 2019
Fläche ca. 66.000 m²
Planungsbüro Büro Hamann Landschaftsarchitekten, Rostock
Stand: 22. Juni 2018