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Der BBL M-V stellte sich vor auf dem 13. Mecklenburg-Vorpommern-Tag 2018 in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock © 2018 Holger Martens  Rostock / Norman Wendler  Schwerin

Herrichtung des Schlossbergareals Neustrelitz

07.12.2017 I Aktuell
Mit der Herrichtung des Schlossbergs wird das Kellergewölbe des ehemaligen Schlosses fachgerecht konserviert. So bleibt das Gewölbe für kommende Generationen erhalten. Bis zum Herbst des kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
In die Herrichtung des Schlossbergareals investiert das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Unterstützung der Europäischen Union (Programm EFRE 2014-2020) etwa 1,2 Millionen Euro. Das Bauprojekt, dem ein Ideenwettbewerb vorausgegangen war, wird vom landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) umgesetzt. Mit der Herrichtung des Schlossbergs wird u. a. das Kellergewölbe des ehemaligen Schlosses fachgerecht konserviert. So bleibt das Gewölbe für kommende Generationen erhalten.
Um in diesem Kellergewölbe unter Beachtung des Artenschutzes Baufreiheit zu schaffen, war vorher vom BBL M-V eine sogenannte CEF-Maßnahme* umzusetzen. Ziel war es, Ersatzquartiere für die bisher in dem Kellergewölbe lebenden Tiere zu schaffen, die dem Artenschutz unterliegen.
Der Keller des in unmittelbarer Nähe liegenden Kavalierhauses ist bis zum August 2017 dafür hergerichtet worden. Seit dem und bis zum Frühjahr 2018 werden die geschützten Arten Braunes Langohr, Wasserfledermaus & Co das neue Quartier erkunden.

Die Arbeiten zum konservierenden Verfüllen des Schlosskellergewölbes können dann im kommenden Frühjahr beginnen. Mit einem speziellen Sand werden die Räume sukzessive verfüllt. Der sogenannte Einkornsand fließt in die Räume und verfüllt sämtliche Hohlräume. Da der Sand aus gleichgroßen Körnern besteht, verklebt dieser nicht. So kann der Fließsand zu einem späteren Zeitpunkt rückstandsfrei aus dem konservierten Gewölbe abgesaugt werden.

Über dem verfüllten und konservierten Schlosskellergewölbe wird eine Deckschicht gebracht. Diese ordnet sich in die neue Gestaltung des Schlossbergareals ein. Der Grundriss des Schlosses wird mittels flachen Mauern und integrierter Sitzgelegenheiten, besonderer Wegeführung und Lichtstelen erlebbar gemacht. So wird die Erinnerung an das Schloss erhalten.

Bis zum Herbst des kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

* - Continuous Ecological Functionality-Measures = Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion

Die Gestaltungsidee

Die ehemalige Schlossanlage, deren letzte Reste 1950 abgetragen wurden, entstand in zwei baugeschichtlich unterschiedlichen Perioden, die auch in der Gartengestaltung ablesbar sind und unterschiedlich behandelt werden.
Die dominante Nord-Süd-Achse, an deren Hochpunkt das alte Schloss räumlich ursprünglich einen Orientierungs- und Blickpunkt darstellte, trägt die Idee des Schlossgartens. Das Schloss bildete einen rhythmischen Akzent in dieser barocken Gartenachse. Es sollen weiterhin die Schnittpunkte der beiden wichtigen Bezugssysteme hervorgehoben werden: das Hirschtor zum Tempel und das ehemalige Schloss zum Markt in der Stadtmitte.

Die Grundidee bleibt "ein Bellevue für den Schlossgarten" zu schaffen, ein schmales helles Band über den grünen Terrassenflächen -, den Grundriss des Schlosses nachzuzeichnen und wichtige Achspunkte mit Lichtstelen zu markieren.
Ein einheitliches Anheben der Grundflächen von den Seitentrakten aus Südost nach Nordwest bewirkt deren spürbare Erhöhung gegenüber Terrassen und Parterre und bildet eine harte bauliche Kante gegenüber dem Garten. Damit ist eine bessere Orientierung innerhalb des Schlossgartens verbunden.
Die Wände der Bastion und Sitze im älteren Schlossbereich bilden einheitliche zusammenhängende Konstruktionen und stellen in einem hellen Farbton gehalten die räumliche Verknüpfung mit den weißen Exedren her. Die Brüstungen der Bastion beinhalten Informationen über ehemalige Gebäude und Garten.
Die Sitze markieren ausgewählte Raumnutzungen, z. B. die Wohntrakte der Herrschaft, die alte Schlosskapelle und den Konzert- und Tanzsaal. Im jüngeren Teil der Schlossanlage zitieren einzelne lineare Elemente wesentliche Teile des Grundrisses, ansonsten wird eine einheitliche Bodengestaltung, bis auf den Verbindungsweg aus Rasen, die Fläche bedecken.

Standort Schlossberg Neustrelitz