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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Herrichtung Institut für Anatomie und Institut für Pathologie

07.12.2006 | Universitätsmedizin Rostock
Im November 2006 sind die Gerüste Gefallen. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung und Übergabe dieses interessanten und historisch wertvollen Gebäudes.
Im November 2006 sind die Gerüste Gefallen. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung und Übergabe dieses für das Rostocker Stadtbild interessanten und historisch wertvollen Gebäudes mit seiner markanten rotbraunen Fassade.
Wer erinnert sich nicht an dieses über viele Jahre verfallende Gebäude. Das ist nun vorbei: für ca. 11,3 Mio. Euro hat der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich Rostock, der als Bauherr das Land vertritt, durch seine Leistungen nicht nur einen Beitrag für den Erhalt und die Förderung der Baukultur in der Hansestadt geleistet, sondern wesentlich zur Entwicklung des Standortes für die Universität Rostock beigetragen.
Für eine zeitgemäße Forschung und Lehre in den Bereichen Physiologie und Anatomie werden u.a. 1.100 m² Laborräume, ca. 1.050 m² Räume für Lehre und Praktikum und ein neuer Hörsaal fertiggestellt.
Seit März 2003 laufen die Arbeiten: Abbruch, Neubau und Sanierung von Fassade, Außenanlagen, Laborräumen und Hörsälen. Bis Mai 2007 werden eine Brandschutzanlage nach neuesten Brandschutzrichtlinien installiert sowie das historische Treppenhaus hinter dem Eingangsportal und die Außenanlagen fertig gestellt sein - diese werden sich gut in das bestehende Umfeld einpassen.
Der Universität Rostock wird damit ein historisch wertvolles, saniertes Gebäude zur Nutzung übergeben.
Die Aufträge wurden je zur Hälfte von regionalen Unternehmen und Unternehmen aus den neuen Ländern / Berlin ausgeführt.

Zur Geschichte

Das Gebäude in der Gertrudenstraße hat schon in seinem Leben viel erlebt. Errichtet wurde es mit so genanntem "Franzosengeld" aus den Reparationszahlungen des Krieges gegen Frankreich in nur zwei Jahren von 1870 bis 1871. Nach einem Entwurf des Landesbaumeisters Carl Luckow entstand zwischen 1876 und 1878 das Gebäude im sogenannten Johann-Albrecht-Stil. Typisch für diesen Baustil sind die Materialwechsel von Backstein/Terrakotta zu hellen Putzflächen in der reich gestalteten Fassade. In diesem Stil wurden zahlreiche Landesbauten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgeführt. Ein herausragendes Beispiel ist das 1866 bis 1870 errichtete Hauptgebäude der Universität in Rostock - hier hat Carl Luckow unter der Leitung von Hermann Willebrand mitgewirkt. Weiteres Beispiel ist die ehemalige Frauenklinik in der Doberaner Straße, die von August Gaster 1885 bis 1887 erbaut wurde.

Die Standsicherheit war äußerst mangelhaft.

Im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe zwar knapp verfehlt, hat dieser Einschlag dennoch nachhaltigen Einfluss auf die Standsicherheit des Gebäudes gehabt. Die Statik des Gebäudes erwies sich als derart mangelhaft, so aufwändige Baugrundverbesserungen im Hochdruckinjektionsverfahren notwendig wurden. Jedoch waren die Fundamente bereits bei der Errichtung nicht ausreichend für die örtlichen Gegebenheiten ausgelegt. Ein mittelalterlicher Entwässerungsgraben blieb ebenso unberücksichtigt wie eine frostfreie Gründung. Es wird vermutet, dass diese Bauausführung den damaligen knappen Mitteln zuzuschreiben ist. Äußerlich zeichneten sich diese Mängel durch gewisse Schiefstellungen in einzelnen Fassadenteilen ab.

Die Übergabe des ersten Teilabschnittes (Südflügel) erfolgte am 10. August 2005

Die Baumaßnahme wurde unter laufendem Lehrbetrieb durchgeführt. Dies führte zu immensen Einschnitten in die tägliche Arbeit der Mediziner, die sich aber tapfer in ihr Schicksal ergaben. Nach der Fertigstellung des Dachgeschossausbaus wurden neue Labore angebaut und mit neuester Technik versehen. Die Innensanierung ist nun abgeschlossen und die Universität hat ein Gebäude erhalten, in dem nun in den nächsten Jahrzehnten Lehre und Forschung auf hohem Niveau betrieben werden können.

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