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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Kunst am Bau

23.02.2016 | Baukultur
Landesbau, Bundesbau sowie Bauen für Hochschulen und Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern und die Möglichkeit, Kunst am Bau schaffen zu lassen.
Die Ansprüche an die Baukultur sind hoch. Von öffentlichen Auftraggebern wird zudem erwartet, dass sie in besonderem Maße das baukulturelle Erbe bewahren und entwickeln. Dieser Verantwortung stellt sich der Betrieb für Bau und Liegenschaften.
Bei Neubaumaßnahmen des Bundes, aber auch des Landes, wird - abhängig vom Bauvolumen - Künstlern die Möglichkeit gegeben, Kunst in einen Zusammenhang mit dem Gebäude, der Liegenschaft oder der Nutzung zu bringen.
Kunst und Kultur werden vom Land Mecklenburg-Vorpommern auf vielfältige Art und Weise gefördert. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften, dem die Bau- und Liegenschaftsverwaltung übertragen worden ist, trägt im Bereich des Staatlichen Hochbau dazu bei.

Im selben Boot (inges idee, Berlin 2002)

Das bekannte Sprichwort "im selben Boot sitzen" beschreibt eine Situation, die aufgrund äußerer Umstände die Überbrückung von Konflikten und unterschiedlichen Meinungen notwendig macht und somit Gegensätzliches vereint. Dieser Ausspruch verknüpft bildlich unterschiedliche Ebenen, soziale wie physisch reale. Auch die Skulptur manifestiert einen Ort, in dem sich Gegensätzliches vereint, so beispielsweise ein naives Kinderspielzeug mit strategischem Aufgabenfeld der Marinesoldaten, die assoziative Spannweite von kindlichem Spielzeug und dem Ernstfall auf dem Ozean oder generell die Möglichkeit, ein Ding von zwei Seiten aus zu betrachten und zu erleben. In dieser Hinsicht sitzen wirklich alle, Künstler wie Marinesoldaten, im selben Boot.

Synapsen

Synapsen, unter diesem Motto steht das Kunstwerk, sind die Schnittstellen zwischen zwei Nervenenden. Synapsen nennt der Hirschburger Künstler Reinhard Buch seinen siegreichen Wettbewerbsbeitrag. Seine Plastik steht am Zentrum für Nervenheilkunde. In dem Wettbewerb wurden 47.500 € ausgelobt. Sieben Künstler wurden eingeladen, sich zu beteiligen. Der Entwurf von Reinhard Buch überzeugte die Jury am meisten. Auch, weil er nicht nur die Architektur mit dem abgesenkten Innenhof am besten aufgriff, sondern sich auch inhaltlich an der Nutzung des Gebäudes orientierte. Gerade der geschäftsführende Direktor des Zentrums hat sich deshalb als Jurymitglied für Buchs Entwurf stark gemacht. Das war schon seine Absicht, eine inhaltliche Verbindung herzustellen, freute sich Reinhard Buch über den Zuschlag. Er sieht seine Aufgabe darin, durch Kunst eine Korrektiv zu den starren Symmetrieachsen des Neubaus und der gesamten Anlage in Gehlsdorf zu schaffen, schreibt er in der Erläuterung. Durch die zweiteilige Figur soll die hermetische Abgeschlossenheit des Innenhofs aufgehoben und der "Eindruck des Zwanghaften" vermieden werden. Die Skulptur steht zudem auf einem Plattenbelag, der die lineare Strömung bricht, wie Reinhard Buch betont.

Bildkaleidoskop

Ziel der künstlerischen Gestaltung im Inneren des Neubaus (Wandfläche von 3,50 m x 3,00 m) war die Darstellung des Recknitztals von Tessin bis Ribnitz-Damgarten mit Hervorhebung der Städte und Gemeinden einschließlich des Standortes. Das Kunstwerk stellt für die Soldaten und zivilen Angehörigen ein zeichenhaftes Identifikationssymbol dar, hält sich in der Abstraktion zurück und ist ohne Erklärungen erkennbar.

Wellen

Die Kunst am Bau wurde im Zuge der Instandsetzung der Außenanlagen im Frühjahr 1999 als letzte Maßnahme der Grundinstandsetzung des Landwirtschaftsministeriums in Schwerin umgesetzt. Die Skulpturengruppe besteht aus zwei geschweißten Hohlkörperteilen aus 4mm starken kaltgewalzten Edelstahlblechen und steht in einer Wasserfläche eines Wasserbeckens mit Randabdeckung aus Schiefer wie die Hofpflasterung. Durch die Aufstellung auf 10-15cm hohen Stützen schweben die Bestandteile der Skulpturengruppe optisch über der Wasserfläche.
Die zweiteilige Skulpturengruppe mit ihrer reduzierten und abstrahierenden Formensprache - einer bewegten aufsteigenden Welle vergleichbar - ist in ihrer kreisförmigen Anordnung und der in sich drehenden Bewegung bewusst in diesen Formenkontrast zu der bisherigen im Haus des Landwirtschaftsministeriums vorhandenen Kunstsituation aus den 1950er bzw. 1970er Jahren entworfen und gestaltet worden. Besonderes Augenmerk legte der Künstler Klaus-Joachim Albert aus Lübsdorf bei der Gestaltung der Skulptur auf die Draufsicht, da diese aus aus den einzelnen Büroetagen sicht- und erlebbar ist.