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Schlossgarten in Neustrelitz feierlich an die Öffentlichkeit übergeben © 2019 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Kunst am Bau Wettbewerb für die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) entschieden - Sieger steht fest

21.11.2017 I Neubau Notaufnahme und Pflegestation für Innere Medizin
Am vergangenen Donnerstag, dem 16. November 2017 fiel die Entscheidung zur künstlerischen Gestaltung im Außenbereich des Neubaus Notaufnahme der UMG auf dem Campus am Berthold-Beitz-Platz. Der Wettbewerbsbeitrag "SÄULE AUF SÄULE AUF SÄULE" des Künstler-Duos Lutz-Rainer Müller & Stian Ådlandsvik konnte die 7-köpfige Jury überzeugen und soll nun zur Ausführung kommen. Fertigstellung ist zur geplanten Übergabe des Neubaus im Sommer 2018 geplant.

Der Wettbewerb

Für den bundesweit ausgelobten Wettbewerb, um dessen Teilnahme sich in einem vorgeschalteten offenen Bewerberverfahren insgesamt 77 Kunstschaffende beworben hatten, waren im April 2017 insgesamt 6 Wettbewerbsteilnehmer ausgewählt und eingeladen worden. Auslober dieses Kunstwettbewerbes war der Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V), der das Land Mecklenburg-Vorpommern hier vertritt.
Ziel des Wettbewerbs war es, künstlerische Ideen für die Gestaltung im Außenbereich des Neubaus der Notaufnahme zu entwickeln. Die Aufgabe der Kunst soll hierbei sein, mit einem eigenständigen Beitrag zur qualitätsvollen Entwicklung des Standortes der UMG beizutragen, indem sie eine identitätsstiftende Wirkung entfaltet. Dabei standen zwei mögliche Standorte zur Verfügung - die Zuwegung für gehfähige Patienten zur Notaufnahme und/oder der sich zwischen Neubau und Bestandsgebäude befindliche schmale Innenhof. Neben der Thematisierung der spezifischen Gebäudefunktion als (Notfall-) Krankenhaus war der allgemeine Bezug auf die UMG als Nutzer des Campus ebenso vorstellbar, wie die Auseinandersetzung mit der klaren Sprache der Architektur.
Die Kunst - denkbar waren ein Kunstwerk oder auch mehrere zueinander in Bezug stehende Objekte - soll gleichzeitig dazu beitragen, den Außenraum im Bereich des Neubaus für Patienten, Besucher und Mitarbeiter erlebbar zu machen, die Aufenthaltsqualität zu fördern und die Wahrnehmung von Architektur, Raum und Außenraum zu steigern.

Die Entscheidung des Preisgerichts

Auf der ersten Jurysitzung am 25. September 2017 konnte das Preisgericht zunächst keine Entscheidung zur Realisierung eines Beitrages treffen. Um zu einer endgültigen Entscheidung zu gelangen, erachtete es die Jury für erforderlich, zwei der Wettbewerbsbeiträge konkretisieren zu lassen. Am 16. November 2017 tagte die Wettbewerbsjury unter Vorsitz von Anne Hille, freischaffende Künstlerin und Vorsitzende des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern, erneut und wählte einstimmig den Beitrag "SÄULE AUF SÄULE AUF SÄULE" mit der Tarnzahl 1006 zum Siegerentwurf. Nach Öffnung des verschlossenen Umschlags mit der Verfassererklärung wurden die Namen der Sieger verlesen. Lutz-Rainer Müller und Stian Ådlandsvik aus Leipzig sind die Gewinner des Wettbewerbes und werden demnächst, unter Beachtung einiger Empfehlungen / Auflagen bei der Umsetzung, mit der Realisierung Ihres Entwurfes beauftragt.

Der Siegerentwurf

"Rechts neben der Auffahrt zur Notaufnahme ... soll sich eine Skulptur in die Baumallee einreihen, welche aus drei verschiedenen übereinander gestellten Säule besteht. Sie sind insgesamt ca. 10 m hoch. Die drei Säulen unterscheiden sich in der Verwendung unterschiedlicher Materialien voneinander und verweisen auf unterschiedliche baugeschichtliche Herkünfte. Dieser Kontrast ist ein deutliches Merkmal der Skulptur neben seiner Höhe und Sichtbarkeit. ... Die Idee sieht vor, zwei der drei Säulen als original historische Säulen aus historischen Beständen zu verwenden. Eine weitere Säule soll den Bezug zur Architektur der Notaufnahme herstellen, in dem die gleichen Fassadensteine für den Bau einer eckigen Ziegelstein-Säule verwendet werden ... Ausgangspunkt für die Idee waren Überlegungen zum Standort im Umfeld der Notaufnahme, wo Ruhe und Stabilität auf die Besucher des Krankenhauses ausgestrahlt werden sollten. Säulen vermitteln diese Ruhe und Festigkeit. Gleichzeitig dient die Skulptur durch ihre Höhe und Sichtbarkeit als mögliche Orientierungshilfe für Besucher ..."
Das Preisgericht würdigte den Entwurf als witzige und mutige Konzeption, die durch die Kombination von Altem und Neuem Bezug auf die Geschichte nimmt und durchaus Assoziationen zur historischen Entwicklung der Medizin, der Greifswalder Kliniken erweckt. Hervorgehoben wurde insbesondere die identitätsstiftende Wirkung mit Signalcharakter, welche von der ca. 10 m hohen Skulptur ausgestrahlt wird. Sie ist als unübersehbares Zeichen, als Wegweiser visuell wahrnehmbar und ermöglicht Orientierung auf dem Gelände des Klinikums sowie des gesamten Campus.

Ausstellung

Demnächst können alle sechs Wettbewerbsbeiträge im Rahmen einer kleinen Ausstellung besichtigt werden. Neben dem Siegerentwurf werden dann ebenfalls die anderen fünf eingereichten Entwürfe folgender Wettbewerbsteilnehmer ausgestellt:
  • ohne Titel - Wolfgang Lamché, Ennigerloh
  • ohne Titel - Sina Heffner, Braunschweig
  • DAS TOR - Michael Deiml, Böblingen
  • HIRSCHGARTEN - nachbars garten: Enne Haehnle, Elisabeth Howey, Kay Zimmermann, Leipzig
  • DART - Hannes Arnold + Klaus-Dieter Eichler, Nürnberg
Die Ausstellung wird vom 4. Dezember 2017 bis 5. Januar 2018 im Foyer der Zentralen Universitätsbibliothek am Campus Berthold-Beitz-Platz in der Felix-Hausdorff-Straße 10 zu sehen sein. Sie ist während der Öffnungszeiten der Bibliothek zugänglich (Montag bis Freitag von 8 bis 24 Uhr / Samstag und Sonntag von 9 bis 24 Uhr, außer an gesetzlichen Feiertagen).

Universitätsmedizin Greifswald, Wettbewerb Kunst am Bau