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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Neubau einer Forschungshalle für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock

20.06.2019 | EFRE im BBL M-V
Auf dem Campus Südstadt entsteht eine neue Forschungshalle (Bauteil II). Das Gebäude entsteht derzeit in unmittelbarer Nähe zur 2012 errichteten Forschungshalle (Bauteil I) und wird diese erweitern.
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Investition in Wachstum und Beschäftigung

Förderung der Forschungs- und Innovationskompetenzen an Hochschulen
Neubau einer Forschungshalle für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock
Für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (MSF) der Universität Rostock besteht ein erhebliches Defizit an Forschungsflächen. Durch den Neubau des Bauteils II sollen dringend benötigte Forschungsflächen als Erweiterung der 2012 errichteten Forschungshalle Bauteil I entstehen. Bauteil I und Bauteil II werden nach der geplanten Fertigstellung Ende 2020 zu einer gemeinsamen Forschungshalle verbunden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert mit Unterstützung der Europäischen Union 5,5 Millionen Euro in diesen Bauabschnitt (Bauteil II), mit dem eine Fläche von ca. 1.056 m² entstehen wird. Der Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) setzt das Bauprojekt um. Das Baufeld wurde ab Oktober 2018 hergerichtet, u. a. wurde nach Kampfmitteln sondiert, Baubeginn war dann im März 2019.
Insgesamt werden fünf Nutzer in der neuen Halle Platz finden. Die Lehrstühle Fügetechnik, Werkstofftechnik, Strukturmechanik, Strömungsmaschinen und Standortwerkstatt erhalten mit der geplanten Fertigstellung Ende 2020 optimale Forschungs- und Ausbildungsbedingungen.
Die aktuellen EnEV-Anforderungen und die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz werden eingehalten. Das Gebäude passt sich in die denkmalgeschützte Liegenschaft optimal ein.

Denkmalschutz

Mit der denkmalpflegerischen Untersuchung der gesamten Liegenschaft zwischen Albert-Einstein-Straße, Joachim-Jungius-Straße, Rudolf-Diesel-Straße und Erich-Schlesinger-Straße wurde gemeinsam mit der Universität Rostock sowie dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Einvernehmen bezüglich der Dimensionierung des Baufeldes, der städtebaulichen Anordnung sowie der architektonischen Gestaltung des Gebäudes hergestellt. In der Planung des Bauteils I wurden bereits vor 2012 die Gestaltung der Fassaden und Farben der Außenhülle einvernehmlich festgelegt, die sich nunmehr im laufenden Bauabschnitt Bauteil II nahtlos fortführen.

Entscheidend für die Lage und Ausprägung des Baukörpers innerhalb der denkmalgeschützten Liegenschaft ist die beengte Situation zwischen dem Gebäude für experimentelle Elektrotechnik und dem dicht am Baufeld liegendem Eckkomplex des Statikgebäudes sowie der Strömungshalle (siehe Lageplan).

Die präsente Lage der Forschungshalle im Eingangsbereich der Liegenschaft erfordert eine prägnante architektonische Lösung. Es entsteht ein klar gegliederter Hallenkörper mit einer offenen und repräsentativen Zugangssituation. Proportion und Maßstäblichkeit wahren die örtliche Gegebenheit und unterstützen den denkmalgeschützten Charakter des Campus.

Städtebau und Architektur

Die Liegenschaft befindet sich in der Südstadt in der Nähe zum Hauptbahnhof der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Das Baufeld erstreckt sich entlang der Joachim-Jungius-Straße und schließt direkt an den Bauteil I an, der ab 2012 in den Betrieb ging.
Auf der Liegenschaft bildet die Forschungshalle den südöstlichen Abschluss der Bebauung und übernimmt in seiner Ausdehnung die aus der bestehenden Campusstruktur vorhandenen Baufluchten. Der Entwurf umfasst im Osten des Komplexes eine zweigeschossige Anlage, welche mit einer linear davor positionierten Halle kombiniert wird. Alle Nebenfunktionen, Büroflächen und Forschungseinheiten mit geringer Höhe werden in der zweigeschossigen Zone untergebracht. Auf der Galerieebene sind neben den Technik- und Umkleideflächen weitere Büros untergebracht.
Die Halle steht auf einer Bodenplatte, die für eine Nutzlast von 10 kN je m² ausgelegt ist. Streifenfundamente zur Aufnahme von Wandlasten und ein umlaufender Schutz gegen den Frost ergänzen die Bodenplatte.
Die Forschungshalle wird ohne Keller in Stahlbeton-Skelettbauweise mit den Abmessungen ca. 36 Meter lang x 21,6 Meter breit konzipiert. Die tragende Konstruktion bilden Stützen aus Stahlbeton auf denen Dachbinder aufgelegt sind. Das Raster der Stützen beträgt 5,4 Meter breit x 13,5 Meter hoch.
Die Decke des Daches wird aus Beton geplant, Halbfertigteile werden verwendet. Die Zwischendecken bestehen einerseits aus Stahlbeton unter Verwendung von Halbfertigteilen und andererseits aus Deckenplatten aus Spannbeton.
Die Außenwände der Halle werden an den beiden längeren Seiten durch Mauerwerk gebildet, die die Decke tragen, und von Platten aus Stahlbeton ergänzt, die in der Höhe der Halle ausgeführt werden.
Die beiden kürzeren Giebelseiten der Halle erhalten eine Fassade aus Stahl und Glas.  In Längsrichtung der Halle ordnet sich zwischen den Stützen aus Stahlbeton eine Bahnanlage für einen Kran an. Diese hat eine Tragfähigkeit von fünf Tonnen und ermöglicht das Anfahren jeder einzelnen Forschungsfläche der beiden Forschungshallen.

Gebäudetechnik

Die Anlagentechnik für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik entspricht den modernsten Anforderungen an Forschung und Technik.
Die zentrale Heizungsanlage ist im Gebäude an einer Übergabestation für Fernwärme der Stadtwerke Rostock installiert (Kraft-Wärme-Kopplung). Heizplatten an den Decken und Heizkörper strahlen die geforderte Wärme ab und werden raumweise geregelt. So können die geforderten Temperaturen mit hoher Genauigkeit geliefert werden. Die Anlage wird mit elektronisch geregelten und hocheffizienten Umwälzpumpen hydraulisch abgeglichen.
Das Warmwasser für den Sanitärbereich und die Teeküche wird dezentral in elektronisch geregelten Durchlauferhitzern aufbereitet.
Das Gebäude wird mit Leuchten inkl. elektronischen Vorschaltgeräten und LED ausgestattet. Tageslicht wird dabei maximal genutzt.

Planungsdaten für das Bauprojekt Forschungshalle Bauteil II (BTII) der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau
Gesamtbaukosten 5,5 Millionen Euro
EFRE-Förderung 3,7 Millionen Euro
Baubeginn 09.2018
geplantes Bauende Ende 2020
Hauptnutzfläche 1.056 m²
Bruttorauminhalt 8.585 m³
beauftragtes Planungsbüro
Stand: 20. Juni 2019

Standorte der Forschungshallen mit beiden Bauteilen I und II auf dem Campus Südstadt