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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Neubau einer Messdienststelle für das Umweltbundesamt

25.04.2017 I Bundesbau
In den Neubau am Standort Zingst investierte die Bundesrepublik Deutschland eine Million Euro. Für das Bauprojekt ist der Geschäftsbereich Schwerin des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) verantwortlich. Es ist das erste Bauprojekt des BBL M-V, das den besonderen Anforderungen des Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) in dieser hohen Qualität entspricht. Eigens im BNB-konformen Projektmanagement geschulte Mitarbeitende des BBL M-V kamen hier zum Einsatz.
Die Messstation Zingst liegt auf der Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1991 wird an diesem Standort die Sondierung der mittleren Atmosphäre innerhalb des Luftmessnetzes des Umweltbundesamtes durchgeführt. Im Zentrum der Stationsarbeit steht die Untersuchung der Hintergrundbelastung von Luft der ostseenahen Küstenregion sowie der Stoffflüsse aus der Atmosphäre in die Ostsee. Die Untersuchungen erfolgen unter anderem im Rahmen des Programms HELCOM, einer für den Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum arbeitenden zwischenstaatlichen Kommission. Da Schadstoffquellen wie Industriestandorte oder Kraftwerke die Messungen nicht beeinflussen sollen, werden die Stationen im Luftmessnetz des Umweltbundesamtes entsprechend außerhalb von Ballungsgebieten und Städten betrieben.
Aufgrund der extrem sensiblen Messaufgaben sollte das Gebäude selbst keine luftverunreinigenden Emissionen, z. B. aus der Erzeugung von Energie abgeben.  Das Energiekonzept des Neubaus wurde im Hinblick auf diese Anforderung ausgelegt. Für den Neubau der Messstelle wurde ein eingeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise errichtet. Die Satteldachform schafft eine optimale Aufstellfläche für Photovoltaik nach Südwesten, deren Strom u. a. für die Wärmeversorgung mittels Wärmepumpe genutzt wird.  Der Neubau ersetzt mehrere Bestandsgebäude und ist als höchsteffizientes Gebäude in Anlehnung an den Passivhausstandard mit einem hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen realisiert worden. Die notwendige Fläche für die Messstation wurde bei der Planung auf das Mindestmaß reduziert.
Das Messfeld ist zentral auf dem Grundstück neben dem Gebäude angelegt. Die Bestandsgebäude wurden zurückgebaut, so dass der Grad der Versiegelung insgesamt gesenkt werden konnte. Entstanden ist ein eingeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise mit Satteldach und langlebiger Ziegeleindeckung. Die Fassade ist als unbehandelte Holzschalung mit schiebbaren Elementen für den Sonnenschutz ausgeführt worden.

Energiekonzept

Das kompakte Gebäude zeichnet sich durch ein geringes A/V-Verhältnis aus. Die an den Passivhausstandard angelehnte, optimal dämmende Gebäudehülle bewirkt stark reduzierte Wärmeverluste. Mittels RLT-Anlage werden zudem die Lüftungswärmeverluste minimiert. Die Energieversorgung basiert auf der Nutzung von erneuerbaren Energien. Eine Luftwärmepumpe, welche teilweise mit dem Strom der Photovoltaikanlage betrieben wird, gibt die Wärme über eine mit Niedertemperatur betriebene Fußbodenheizung an die Räume ab. Eine Kühlung mittels Klimasplitgerät bleibt auf den Messraum mit hohen internen Wärmequellen beschränkt.

Nutzerrelevante Qualitäten

Der Neubau ist auf den automatisierten und kontinuierlichen Betrieb der Messtechnik ausgerichtet. Es kann per Fernwartung gesteuert werden. Auf die geringen Nutzungszeiten vor Ort reagiert das Gebäude mit angemessenen Lösungen, beispielsweise wird das integrierte Labor für chemische Analysen komplett bedarfsabhängig betrieben, um den unnötigen Verbrauch von Energie zu vermeiden.

BNB-Standard Silber

Es ist so weit: das im März 2015 bezogene und im Juni 2015 eingeweihte Gebäude der Luftmessstation für das Umweltbundesamt in Zingst bekommt das BNB-Gütesiegel in "Silber" verliehen. Nach ca. einjähriger Prüfung durch die Oberfinanzdirektion Karlsruhe wird morgen, am 26. April 2017, nach weiterer einjähriger Wartezeit und Prüfung die Silber-Plakette durch Herrn Rietz, Referatsleiter der Geschäftsstelle BNB im BBSR, die Urkunde im Auftrag des BMUB übergeben. Das Projekt erreicht mit dem Erfüllungsgrad 68,8 Prozent und der Note 1,87 den Standard Silber. Mit 91 Prozent ist der Erfüllungsgrad in der Ökologischen Qualität besonders hoch.

Standort der Messdienststelle des Umweltamtes auf dem Fischland Darß in Zingst