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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Neubau Labor- und Praktikumsgebäude (LPG) für Pharmazie und Biologie an der Universität Greifswald

14.07.2015 | EFRE im BBL M-V
Mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts LPG im September 2014 wurde das im November 2011 übergebene Forschungszentrum für Pharmakologie, Pharmazie und experimentelle Therapie - Center of Drug Absorption and Transport (C_DAT) - komplettiert, welches den 1. Bauabschnitt darstellte. Damit sind sowohl die baulichen Voraussetzungen als auch die räumliche Nähe zahlreicher Arbeitsgruppen geschaffen worden, die für Lehre und Forschung erhebliche Verbesserungen sowie eine Reihe neuer Kooperationsmöglichkeiten und Synergieeffekte entstehen lassen.
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Universität Greifswald - Neubau Labor- und Praktikumsgebäude, Institut für Pharmazie und Institut für Biologie
Der Neubau des Labor- und Praktikumsgebäudes als 2. Bauabschnitt - im Hintergrund rechts schließt direkt das Forschungszentrum C_DAT  der 1. Bauabschnitt an. © 2015 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern Bild größer
Neubau des Labor- und Praktikumsgebäudes (LPG) für Pharmazie und Biologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Der Neubau des Labor- und Praktikumsgebäudes als 2. Bauabschnitt - im Hintergrund rechts schließt direkt das Forschungszentrum C_DAT, der 1. Bauabschnitt an. © 2015 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Die Arbeits- und Forschungsbedingungen früher

Die Laborräume der Pharmazie waren bis zur Zusammenführung im Neubau LPG an fünf Standorten und auf insgesamt acht Gebäude, die Laborräume der Zoologie an drei räumlich voneinander getrennten Standorten innerhalb des Stadtgebietes verteilt. Sowohl für die Kooperation innerhalb der Fachbereiche als auch für die interdisziplinäre und noch mehr für die Fakultäten übergreifende Zusammenarbeit stellte dies ein erhebliches Hindernis dar. Die Möglichkeiten einer Optimierung und Modernisierung der Labore, die sich von ihrer räumlichen Konzeption und Installation her auf dem Stand der 1950er Jahre des letzten Jahrhunderts befanden, waren durch deren Lage, Größe, Zuschnitt, Struktur, baulichen Zustand und Ausstattung objektiv begrenzt. Die Gebäude und Räume entsprachen in keiner Weise mehr den aktuellen Erfordernissen, ebenso erfüllten die arbeits- und sicherheitstechnischen Standards der meisten Räume nicht mehr die Anforderungen an eine effiziente und zeitgemäße Forschung.

Standort - Städtebauliches Konzept

Der Neubau des LPG (2. Bauabschnitt) wurde am selben Standort, wie das C_DAT (1. Bauabschnitt) errichtet. Die städtebauliche Einordnung beider Bauabschnitte auf dem Universitätscampus am Berthold-Beitz-Platz erfolgte entsprechend den Vorgaben des Masterplanes auf dem Baufeld zwischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße und Felix-Hausdorff-Straße, westlich der ab 1959 gebauten Alten Institute. Beide Gebäude bilden eine in sich geschlossene, überwiegend dreigeschossige Blockrandbebauung mit Innenhof, die das Baufeld nun vollständig ausfüllt.

Bauwerksgeometrie

Der orthogonale, L-förmige Baukörper schließt mit seinem viergeschossigen Nordflügel (Bauteil D) und dem dreigeschossigen rechtwinkligen Ostflügel (Bauteil E), die sich entlang der vorhandenen Erschließungsstraßen erstrecken, an den bestehenden, ebenfalls L-förmigen Neubau des Forschungszentrums (C_DAT) an. Das Gebäude ist nicht unterkellert. Zurückgesetzte Technikzentralen auf den mit umlaufender Attika ausgebildeten Flachdachkonstruktionen bilden eine vierte bzw. fünfte Geschossebene. Eine gläserne Brücke an der Ostseite von Bauteil E überspannt die Straße und gewährleistet die Anbindung an den benachbarten Instituts-Altbau im zweiten Obergeschoss.

Das Entwurfskonzept - funktionale und technische Besonderheiten

Das LPG zeichnet sich, ebenso wie der 1. Bauabschnitt, durch eine klare Grundrissstruktur aus. Dabei ist das nördliche Bauteil D über alle Geschosse als Anlage mit Mittelflur und beidseitig angrenzenden Räumen ausgebildet. Das östlich anschließende Bauteil E ist mit zum Innenhof liegendem und vollflächig verglastem Flur angelegt, von dem aus die nur einseitig angrenzenden Räume erschlossen werden, konzipiert.
Im Erdgeschoss sind für die Bereiche Tierpsychologie und Pharmazie Räume der Lehre, wie z. B. Kursräume, zwei Praktikumsräume mit je 26 bzw. 53 Plätzen mit dazugehörigen Funktions-, Lager- und Verteilerräumen sowie Sozialräume untergebracht.
In den darüber liegenden Geschossen sind überwiegend Labore, Räume mit experimentellen Arbeitsplätzen, Auswerteräume, Geräteservice-/Gerätelagerräume und andere diverse Funktionsräume, wie z. B. sterilen Räumen, Dunkelraum, Mikroskopie, Klimakammern, Raum mit Waagen sowie Sozialräume angeordnet. Folgende Bereiche sind hier angesiedelt: im ersten Obergeschoss die Pharmazeutische Biologie, die Physiologie und Biochemie der Tiere sowie die Allgemeine Angewandte Zoologie, im zweiten Obergeschoss die Bereiche Pharmazeutisch Medizinische Chemie, Analytik sowie Klinische Pharmazie und im dritten Obergeschoss die Bereiche Zytologie/Evolutionsbiologie, Mikrobielle Ökologie und Forschungsverfügung.
Auf den Flachdächern sind als zurückgesetztes drittes bzw. viertes Obergeschoss die Technikzentralen platziert.
Die fußläufige Erschließung des Gebäudes ist über den Haupteingang und das Foyer des Forschungszentrums C_DAT möglich. Die technische Erschließung erfolgt im Wesentlichen ebenfalls aus dem 1. Bauabschnitt, in dem die zentrale Betriebstechnik mit Errichtung des 1. Bauabschnittes bereits vorgerüstet worden war.

Die äußere Gestaltung

Das Erscheinungsbild des LPG orientiert sich hinsichtlich Materialien, Farb- und Formgebung sowie Fassadengliederung konsequent am Forschungszentrum und lässt beide Bauabschnitte architektonisch zu einem einheitlichen Gesamtbaukörper verschmelzen. Prägendes Gestaltungsmerkmal ist auch hier die aus gelben Keramikplatten bestehende Vorhangfassade mit horizontalen dunkelgrauen Fensterbändern. Im Innenhof lockert eine sich über die drei Geschosse des Bauteils E erstreckende Glasfassade mit feststehenden horizontalen Sonnenschutzlamellen die Homogenität des Gesamtensembles auf und versorgt zugleich den dahinterliegenden Flur mit natürlichem Tageslicht.
An der Ostseite sind beide Bauabschnitte über einen zweigeschossigen gläsernen Gang miteinander verbunden, der sich über das erste und zweite Obergeschoss erstreckt. Der Rücksprung dieses Verbinders lockert auch hier die Fassade auf, betont die darunterliegende Durchfahrt zum Innenhof und lädt gleichzeitig zum Betreten und Entdecken dieses gestalteten Aufenthaltsbereiches im Freien ein.

Kunst und Wissenschaft

Im Ergebnis eines nichtoffenen, beide Bauabschnitte einbeziehenden Wettbewerbs "Kunst am Bau", der eine künstlerische Gestaltung des Innenhofes zur Aufgabe hatte, wurde die konzeptionelle und über einen Zeitraum von zehn Jahren temporär angelegte Arbeit "Spielen und Forschen" der Berliner Künstlerin Veronike Hinsberg realisiert. Basis für dieses Kunstobjekt ist ein Sitz-Podest, das für die Gestaltung des Innenhofes geplant und ausgeführt wurde. In die 2,5 x 2,5 Meter große Holzfläche des Podestes wurden zwei Metallschalen mit einem Durchmesser von je 80 Zentimeter bündig eingelassen, von denen eine Schale zeitweilig (z. B. bei Tagungen, Symposien oder auch im täglichen Lehrbetrieb) mit roten Glasmurmeln gefüllt werden soll. Die leer bleibende Vertiefung ist zum Spielen gedacht. Nach und nach werden alle Kugeln verschwunden sein. Sobald der Vorrat aufgebraucht sein wird - angedacht war ein Gesamtvorrat von 8.000 Kugeln, ca. 800 Stück pro Jahr - werden die Metallvertiefungen entfernt und die Holzfläche des Sitzdecks erneuert.
Die spielerische Benutzung, Verteilung, der Transport und die Absorption der Kugeln durch die Benutzer lassen interessante Bezüge zur Arbeit des Institutes erkennen, bei der die Verteilung und der Transport von Wirkstoffen im Menschlichen Körper im Mittelpunkt der Forschung am C_DAT stehen.
Die Finanzierung des Wettbewerbs, der künstlerischen Leistung und des eigentlichen Kunstobjektes war nicht Bestandteil dieser Baumaßnahme Neubau LPG, sondern erfolgte innerhalb des 1. Bauabschnittes Neubau Forschungszentrum C_DAT.

Die wichtigsten Eckdaten - Neubau LPG

Planungsauftrag zur Erstellung der Entscheidungsunterlage (ES-Bau) 05/2007
Abschluss des EU-weiten VOF-Verhandlungsverfahrens für Planungsleistungen Architektur, Haustechnik und Tragwerksplanung (für die Gesamtmaßnahme 1. + 2. Bauabschnitt) 09/2007
Haushaltsrechtliche Anerkennung der ES-Bau / Planungsauftrag zur Erstellung der EW-Bau 05/2010
Genehmigung der EW-Bau
Stand: Juli 2015

Planungsdaten 2. Bauabschnitt - Neubau LPG

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau
Gesamtbaukosten GBK ca. 15.4 Mio. € (darin enthalten sind ca. 2,1 Mio. € Honorarkosten)
davon förderfähige GBK ca. 15,1 Mio. € (mit 9,89 % EFRE-Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung)
davon EFRE-Fördersumme ca. 1,5 Mio. €
Baubeginn 05.2012
Richtfest 03.2013
Bauende und Technische Übergabe 09.2014
Feierliche Einweihung 02.2015
Brutto-Geschoßfläche 5.039 m²
Gesamtnutzfläche 2.653 m²
Hauptnutzfläche NF 1-6 2.567 m²
Architekt mhb Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH, Rostock
Haustechnik ARGE INROS LACKNER, Rostock / IFG, Leipzig
Die Bauleistungen wurden überwiegend von Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern ausgeführt.

Forschungszentrum C_DAT und Labor- und Praktikumsgebäude LPG

Neubau eines Labor- und Praktikumsgebäudes für die Universität Greifswald