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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Neubau Polizeigebäude im Ostseebad Heringsdorf

15.09.2017 | Allgemeiner Landesbau
Für das Polizeirevier Heringsdorf und die Außenstelle Heringsdorf des Kriminalkommissariats Anklam wurde ein Neubau im Waldbühnenweg 2 errichtet. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investierte in diesen Neubau 5,5 Mio. Euro. Der BBL M-V Geschäftsbereich Neubrandenburg war für das Bauprojekt verantwortlich, das nach Bewertungskriterien des Nachhaltigen Bauens errichtet wurde.

Die Polizei in Heringsdorf, bestehend aus dem Polizeirevier und einer Kriminalkommissariat-Außenstelle, arbeitete bis vor kurzem in der Bädergemeinde Heringsdorf äußerst beengt in einem Villengebäude in der Seestraße. Neben einem festen Mitarbeiterstamm sind saisonbedingt in den Sommermonaten weitere Mitarbeitende der Bäderpolizei hinzuzurechnen, so dass in Spitzenzeiten bis zu 60 Einsatzkräfte der Polizei auf die verfügbaren Arbeits- und Sozialräume in dem besagten Gebäude zurückgreifen mussten.  Um zukünftig arbeitsfähige Strukturen am Standort zu gewährleisten, wurde der anerkannte Raumbedarf durch den BBL M-V in diesem Neubau umgesetzt.

Das Entwurfskonzept - ein zeitgemäßer Zweckbau

Das Raumprogramm gliedert sich in die Hauptbereiche Polizeirevier und Kriminalkommissariat-Außenstelle. Die Kriminalkommissariat-Außenstelle wird von Büroarbeitsplätzen in Ein- und Zweipersonenbüros dominiert. Diese sind dem geführten Besucher zugänglich und sind barrierefrei erreichbar. Die Sonderarbeitsräume zur Ermittlung und Spurenaufbereitung sind entsprechend ihres funktionellen Zusammenhangs in einer gemeinsamen Nutzungseinheit - im ersten Obergeschoss - untergebracht.
Das Polizeirevier untergliedert sich in einen Verwaltungsbereich, den nur dem Vollzugsdienst vorbehaltenem Sicherheitsbereich mit Wache, den Gewahrsamsbereich, der dem Sicherheitsbereich angegliedert ist und den Sozialbereich.
Synergien wurden durch die Dienststellen übergreifende Nutzung des Schulungs- und Besprechungsraums sowie des Waffenschließfachraums erzielt.
Erforderliche Garagen und Stellplätze für die Dienstfahrzeuge sind im rückwärtigen Grundstücksbereich eingeordnet. Der Polizeibau ist in einen eingeschossigen Anbau und dem dreigeschossigen Hauptgebäude unterteilt. Der Neubau ist barrierefrei erschlossen, ein Aufzug verbindet die drei Etagen miteinander. Beim Hauptgebäude wurde der Eingangsbereich mit Wache und den darüber liegendem Schulungsraum aus der Fassade herausgedreht und somit architektonisch hervorgehoben. Die bandartig wirkende Fassade besitzt im Anbau und im Sockelbereich eine Verblendung mit Klinkern. Die Obergeschosse sind mit einer Vorhangfassade aus Basalt verkleidet.

Erforderliche Garagen und Stellplätze für die Dienstfahrzeuge sind im rückwärtigen Grundstücksbereich eingeordnet. Der Polizeibau ist in einen eingeschossigen Anbau und dem dreigeschossigen Hauptgebäude unterteilt. Beim Hauptgebäude wurde der Eingangsbereich mit Wache und dem darüber liegendem Schulungsraum aus der Fassade herausgedreht und somit architektonisch hervorgehoben. Die bandartig wirkende Fassade hat im Anbau und im Sockelbereich eine Verblendung mit Klinkern erhalten. Die Obergeschosse hingegen sind mit einer Vorhangfassade aus Basalt verkleidet.

bbl-interner Architektenwettbewerb

Dem Entwurf liegt ein bbl-interner Architektenwettbewerb zugrunde, der im August 2012 durchgeführt wurde. Der zur Ausführung empfohlene Entwurf konnte jedoch nicht umgesetzt werden. Ein überarbeiteter Entwurf setzt nunmehr den bestätigten Raumbedarf der Polizei an diesem Standort um.

Bauvorbereitung

Zur Baufeldfreimachung wurde zunächst das Heizhaus aus den 1970er Jahren mit seinen Nebenanlagen bis September 2015 abgetragen. Der auf dem Grundstück befindliche Heizöltank wurde ebenfalls zurückgebaut und ca. 100 m³ kontaminierter Boden entsorgt. Alle Ausgleichsmaßnahmen zum Artenschutz wurden im Februar 2015, also vor den Abbruchmaßnahmen realisiert.

Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Entwurfsplanung wurde das Bewertungssystem "Neubau Büro und Verwaltungsgebäude" Version 2011-1 nach dem Leitfaden für Nachhaltiges Bauen des Bundes (BNB) auf das Vorhaben angewandt. Ziel und Auftrag war dabei, den Standard "Silber" zu erreichen. Die Wirkungen des Gebäudes und seiner Anlagen wurden bereits in der Planungsphase über den gesamten Lebenszyklus betrachtet und optimiert. Ein besonderer Schwerpunkt des Konzepts lag dabei auf der ökologischen und ökonomischen Qualität.
Die unbehandelten Elemente der Fassade sind aus einem Material hergestellt, das sich vollständig recyceln lässt. Die Energieversorgung übernimmt eine Luft-Wärmetauschanlage, deren Strombedarf über die ca. 170 m² große Photovoltaikanlage auf dem extensiv begrünten Dach installiert wird. So braucht nur an außergewöhnlich kalten Tagen mit Temperaturen von weniger als -20 Grad Celsius über eine Gastherme Wärmeenergie zugeführt werden.
Hohe Fenster, die sehr viel Licht in das Gebäude bringen, breite Flure und Fußbodenheizung im gesamten Gebäude sowie innenliegender Sonnenschutz sorgen unabhängig von der Jahreszeit für angenehme raumklimatische Bedingungen und stärken damit den soziokulturellen Aspekt des Nachhaltigen Bauens.
 

Neubau Polizeigebäude im Ostseebad Heringsdorf

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Projektleitung BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Baubetreuung BMU Baumanagement Ullrich, Rostock
Planung Entwurf BBL M-V, Geschäftsbereich Rostock
Planung Ausbau BMU Baumanagement Ullrich, Rostock
Gesamtbaukosten 5,5 Mio. Euro
Baubeginn 03/2016
Bauende 09/2017
Nutzfläche 1.174 m²
Brutto-Grundfläche 1.970 m²
Bruttorauminhalt 7.386 m³
Fassadenfläche 870 m²

Lageplan Neubau Polizeirevier Heringsdorf