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Der BBL M-V stellte sich vor auf dem 13. Mecklenburg-Vorpommern-Tag 2018 in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock © 2018 Holger Martens  Rostock / Norman Wendler  Schwerin

Neubau von drei Paddocks

19.03.2012 | Landgestüt Redefin
Pferde sind Lebewesen mit ganz speziellen Ansprüchen, die sich trotz unseres mehr und mehr technisierten Umfeldes behaupten. Im Sommer 2011 wurde das Ensemble der Möglichkeiten für Bewegung, Ausbildung und Training der Pferde im Landgestüt Redefin um einen weiteren Baustein erweitert. Vor Beginn der jährlich stattfindenden Hengstparade wurden drei fertig gestellte Paddocks durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V zur Nutzung übergeben.
Entsprechend des Konzeptes für die Entwicklung des Gestüts wurden vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V in die Ausstattung des Wirtschaftsbetriebes und in die Gesundheit der Pferde fast 120.000 Euro investiert.
Bei den Paddocks handelt es sich um kreisförmig eingezäunte Flächen, auf denen sich Pferde bewegen können und die zum Longieren sowie Voltigieren genutzt werden können.
Jeder Platz ist umzäunt von 16 Segmenten und einem Tor. Die ungerade Anzahl an Elementen gewährleistet einen einheitlich nutzbaren Radius von ca. 8,5m.  Die Höhe des Zauns von 2,2m und der Abstand von 5m zwischen den Paddocks sollen eine sichere Unterbringung der oftmals temperamentvollen Tiere gewährleisten.  Die Stahlpfosten der Einzäunung wurden über mit ihren Fundamenten verankert.

Die vier stählernen Querstreben der Segmente des Zauns wurden durch Flansche aus Temperguss mit den verschweißten Formteilen der Pfosten verbunden.  Das untere Feld wurde mit gehobelten Bohlen aus Lärchenholz als Sandfang geschlossen. Die Befestigung erfolgte ebenfalls am Pfosten.

Die beiden oberen Felder wurden mittig zusätzlich mit einem Elektrozaun gesichert, der über angeschraubte Ringisolatoren gehalten und von einem Elektrozaungerät bei Bedarf gespeist wird. Erdung und Blitzschutz wurden an jedem zweiten Metallpfosten installiert.

Die gewählte Stahl/Holz -Konstruktion bietet die Möglichkeit des einfachen Austausches von verschlissenen Elementen.

Der Untergrund ist in einer Drei-Schichtbauweise, bestehend aus Trag-, Trenn- und Tretschicht, hergestellt worden.

Die Tretschicht musste so beschaffen sein, dass die geforderten sport- und schutzfunktionellen sowie die technischen Anforderungen erfüllt werden. Dafür wurde ein spezieller Reitsandboden in einer Schichtdicke von ca. 15cm aufgebracht. Aufgrund der extremen Punktbelastungen bei diesen Plätzen wurde als Trennschicht eine 4cm hohe Reitsportmatte eingebaut, die bis 5cm Höhe mit Lava der Körnung 2/8 aufgefüllt und in eine 0,8cm dicke Schicht für den Splitt gebettet wurde. Diese sorgt für die notwendige Trittfestigkeit und gewährleistet aufgrund einer speziellen halboffenen Wabenstruktur für ein optimales Feuchtigkeitsniveau. Darunter befindet sich eine wasserdurchlässige Tragschicht.

Der profilierte Untergrund besitzt ein Dachgefälle mit Dränsträngen an den Tiefpunkten. Diese sorgen für die Ableitung von Überschusswasser in ein vorhandenes Grabensystem.

Zur Platzbewässerung in Trockenperioden wurden drei Teilkreisregner auf Standrohren installiert die durch das Brauchwassernetz gespeist werden.

Die Zuwegung wurde durch eine wassergebundene Decke befestigt, das Umfeld der Paddocks in Eigenleistung des Landgestütes mit Rasen begrünt, um die Staubbelastung zu minimieren.
Mit den drei Paddocks wurden zwischen dem Park im Gestüt und dem Stall 1 transparente und funktionelle Plätze geschaffen, die bei jedem Wetter genutzt werden können, die sich in die vorherrschende Architektur des Areals einbinden und die mit dem zusätzliche Auslaufangebot die Möglichkeiten der Haltung von Pferden erweitern.