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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Restaurierung der Barockanlage Schloss Bothmer 5. Realisierungsabschnitt

05.01.2018 I EFRE im BBL M-V
Die Europäische Union (EU) unterstützt u. a. die Entwicklung strukturschwacher Regionen auf unserem Kontinent. Damit möchte die Gemeinschaft der 28 Mitgliedsländer unterschiedlich stark bzw. schwach entwickelte Gebiete einander angleichen. Einen Teil dieser Investitionen setzt der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) in Mecklenburg-Vorpommern um.
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Förderung zur bedarfsorientierten Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur
Schloss Bothmer - Restaurierung, 5. Realisierungsabschnitt

Historie und Gebäudebeschreibung

Schloss Bothmer wurde 1726 bis 1732 im Auftrag von Hans Caspar von Bothmer nach Plänen des Architekten Johann Friedrich Künnecke erbaut. Sie ist die größte zusammenhängende Barockanlage in Mecklenburg-Vorpommern. Vorbilder sind augenscheinlich englische und niederländische Gutsanlagen.
Die Anlage besteht aus einem Komplex von mehreren Pavillons und Verbindungshäusern, die sich im Wechsel um einen Ehrenhof gruppieren. Zentral liegt das Haupthaus, das Corps de Logis, welches durch Cornichen mit den Nebengebäuden verbunden ist.
Die Schlossanlage ist in Mauerwerk errichtet, die Fugen sind in den Farben der Backsteine gehalten. Allein die angedeutete Rustika aus gelben Ziegeln und vereinzelte Schmuckdetails aus Sandstein setzen sich davon ab. Die Dächer waren ursprünglich farblich unterschiedlich gedeckt, das Corps de Logis und die Kavaliershäuser mit dunkelgrau glasierten, die Verbindungsbauten mit roten Dachziegeln. Das rechteckige Haupthaus ist zweigeschossig, ebenso die beinahe quadratischen Pavillons, die ebenfalls rechteckigen Verbindungsbauten, bis auf Haus 8, eingeschossig. Genutzt wurden die Gebäude bis zur politischen Wende 1989 als Sozialistisches Feierabendheim.

5. Realisierungsabschnitt

Mit dem 5. Realisierungsabschnitt wurde die Schlossanlage Bothmer zu einer touristischen Basisinfrastruktur ausgebaut. Aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kamen ca. 9,5 Mio Euro.

Der Umfang des Ausbaus in 2013 umfasste folgende Leistungen in den einzelnen Häusern:
  • Haus 2 Erdgeschoss: Errichtung der Sanitärräume für die Gastronomie, Herrichtung Séparée für die Gastronomie, Herrichtung Vorraum Kellerniedergang
  • Haus 3 Erdgeschoss: Büros für die Verwaltung; Lager für den Museumsshop
  • Haus 4: Errichtung Café- und Gastronomiebereich
  • Haus 5 Erdgeschoss: Shop mit Medienraum
  • Haus 6 Erdgeschoss: Herrichtung Gastronomieküche, 1. Obergeschoss: Errichtung der Büro- und Personalräume der Gastronomie, Lüftungszentrale, Hausanschlussraum
  • Haus 7 Erdgeschoss: Teeküche, Sanitärräume, Lager für die Verwaltung
  • Haus 8 Erdgeschoss: Errichtung Veranstaltungsraum, Dachgeschoss: Errichtung Sanitärräume, Hausanschlussraum
  • Haus 9 Erdgeschoss: Errichtung multifunktionaler Veranstaltungsraum für Märkte und Ausstellungen
  • Haus 10 Erdgeschoss: Errichtung Foyer für Veranstaltungen, 1. Obergeschoss Errichtung Konferenzräume
  • Haus 11 Kellergeschoss: Unterbringung der Haustechnik, Erdgeschoss: Errichtung multifunktionaler Veranstaltungsraum für Märkte und Ausstellungen
2014 wurde das Aufgabenspektrum erweitert, innerhalb der Häuser 3, 5 und 7 um die Ausstellung und die Ersteinrichtung des Hauses und der Küche.
Ebenso wurde die Restaurierung der Brücke im Park über den Schlossgraben - notwendig als zweiter Fluchtweg von der Schlossinsel - und der Besucherparkplatz mit ins Aufgabenspektrum aufgenommen. Die durch notwendige Erdarbeiten für die Außenanlagen erstellten Befundungen ergänzten ein weiteres Mal die Baugeschichte der gesamten Schlossanlage.
Auch wenn durch die zusätzlichen Untersuchungen der Bauablauf verzögert wurde, konnten durch die neuen Erkenntnisse bisherige Vermutungen bestätigt bzw. abschließend interpretiert werden.
Schlussendlich wurde der Planungsauftrag noch um einen Spielplatz erweitert.
Die Hauptarbeiten im Einzelnen, alle in denkmalgerechter Ausführung, d. h. zum Teil auch mit historischen Techniken:
  • Rohbauarbeiten Innenmauerwerk, Trennwandsysteme, Brandschutzmaßnahmen,
  • Fensterarbeiten, Erneuerung und Aufarbeitung, teilweise Ergänzung,
  • Tischlerarbeiten, Leibungen und Holztüren innen,
  • Metallbauarbeiten, Brandschutztüren, Geländer,
  • Innenausstattung Café und Restaurant,
  • Küchenausstattung,
  • Innenausstattung, Akustikelemente,
  • Putzarbeiten,
  • Fliesenarbeiten,
  • Natursteinarbeiten,
  • Parkettarbeiten,
  • Innentreppen und
  • Gebäudetechnik: Elektro-, Lüftungs-, Heizungs-, Sanitär-, Brandmelde- und sicherheitstechnische Anlagen, Medientechnik, Aufzugsanlagen.

Nach der Herrichtung der Innenräume wurde durch das beauftragte Innenarchitekturbüro in heutiger Formensprache der Gastronomiebereich, sowohl innen als auch außen bemustert und ausgestattet. Zur historischen Außenhülle wurde bewusst in Farbe und Form die Innenausstattung und Inneneinrichtung als moderner Kontrast gesetzt. Ein Besucherbereich steht für Einkäufe von Souvenirs, als Treffpunkt und für die Museumspädagogik zur Verfügung; des Weiteren existieren Veranstaltungsbereiche, die für Kulturevents als Konzertsäle oder auch durch die Gastronomie genutzt werden können.

Schloss Bothmer