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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Sanierung einer Dokumentations- und Gedenkstätte in Rostock

03.12.2018 | Allgemeiner Landesbau
Das Dokumentationszentrum in der Hermannstraße 34b, bestehend aus dem sogenannten Kopfbau und dem daran anschließenden Haftbereich mit Freigang soll hergerichtet werden. Verantwortlich für das Bauprojekt ist der Geschäftsbereich Neubrandenburg des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL M-V).
Der bauliche Zustand des denkmalgeschützten Komplexes erfordert eine Grundsanierung, die unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange erfolgen wird. Es ist vorgesehen, die verschiedenen Epochen der Nutzung, beginnend mit der Errichtung des Gebäudes insbesondere im Haftbereich zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Eine Entwurfsunterlage wurde bereits aufgestellt. Finanziert wird das Bauprojekt zu gleichen Teilen aus dem Landes- und Bundeshaushalt.

Zur Geschichte

Die heutige Dokumentations- und Gedenkstätte ist ein Teil des aus vier Flügeln bestehenden Gebäudekomplexes und wurde zwischen 1958 bis 1960 erbaut und umfasste sechs Gebäudeteile. In dem Gebäudekomplex befand sich bis 1989 die Bezirksverwaltung Rostock des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Der Gebäudeabschnitt der heutigen Dokumentations- und Gedenkstätte diente als Untersuchungshaftanstalt. Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex befindet sich im mittleren südlichen Bereich des Altstadtkerns der Hansestadt Rostock, zwischen der August-Bebel-Straße im Norden und der Hermannstraße im Osten. Neben der Gedenkstätte ist heute das Oberlandesgericht Rostock mit Gerichtssälen und Büroräumen untergebracht.

Architektur, Konzeption und Gestaltung

Der Komplex ist als viergeschossiger Mauerwerksbau mit Kellergeschoss und Dachgeschoss errichtet. Die Dächer sind als Walmdächer ausgebildet.  Die Fassaden zur August-Bebel-Straße besteht aus Klinkern und Werksteinelementen in den Fensterachsen. Im unteren Bereich der Fassaden, in Höhe des Erdgeschosses, sind Bänderungen mit rechteckigen Betonplatten aufgebracht.

Der Gebäudeteil der Dokumentations- und Gedenkstätte ist in einen Kopfbaubereich sowie einen Haftbereich unterteilt. Die Fassade des Kopfbaues entspricht dem des Gebäudekomplexes. Die Fassaden des Haftbereiches wurden als Putzfassade ausgebildet. Über das Treppenhaus  im Kopfbau gelangt man in alle Geschosse des Kopfbaues. Im Haftbereich sind das Erdgeschoss bis 3. Obergeschoss über zwei offene Treppenanlagen erreichbar. Das Kellergeschoss im Haftbereich ist in zwei nicht miteinander verbundene Bereiche unterteilt. Jeder dieser Kellerbereiche wird durch eine separate Treppe erschlossen. Keine Ebene des Gebäudes ist zurzeit barrierefrei erschlossen.

Gegenwertig befindet der Haupteingang des Dokumentation- und Gedenkstätte in der Südfassade des Kopfbaues. Der jetzige Haupteingang  ist weder von der August-Bebel-Straße noch von der Hermannstraße wahrnehmbar.  Der Besucher muss, um diesen Eingang zu finden, um den gesamten Gebäudekomplex herumgehen. Für die damalige Nutzung als Untersuchungshaftanstalt war diese Lage sicherlich gewünscht, zur Erschließung der Dokumentations- und Gedenkstätte ist diese Lage nicht günstig. Um den Haupteingang näher in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu rücken, ist ein neuer Haupteingang in der Westfassade des Kopfbaus vorgesehen. In diesem Bereich plant die Stadt Rostock einen öffentlichen Fußweges "Grüner Weg". Hierzu wird der Gebäudeverbinder der Telekom abgebrochen. Der neue  Fußweg schließt dann direkt an die August-Bebel-Straße an.
Bei der geplante Grundsanierung werden Kopfbau und Haftbereich unterschiedlich betrachtet. Der Kopfbau ist durch die Nutzung der Uni Rostock für Büro und Seminarräumen bereits verändert worden.
Der Haftbereich mit Freigang ist seit der Nutzung als U-Haftanstalt kaum baulich verändert worden. Zum Haftbereich gehört auch ein Niedergang zum Kellergeschoss, der sogenannte Innenhof. Flucht- und Rettungswege werden geschaffen sowie eine Hausalarmanlage errichtet, die Umsetzung des erstellten Brandschutzkonzepts sowie der Substanzerhalt erfolgen unter Beibehaltung der Authentizität des Gebäudes, um die Erinnerung an die dokumentierte Nutzung des Gebäudes gegenwärtig zu halten.
Die Raumstrukturen des Kopfbaus sollen neu geordnet werden. Der Kopfbau soll barrierefrei über einen Aufzug erschlossen werden. Erforderliche WC-Anlagen einschließlich eines Behinderten-WCs werden errichtet, Wand- und Bodenbeläge, Fenster und Innentüren neu eingebaut sowie die Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen erneuert. Im Haftbereich bleiben die bauzeitliche Raumstrukturen erhalten. Neu eingebrachte Medienleitungen werden zurück gebaut. Die Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen bleiben weitestgehend erhalten. Im Erdgeschoss werden die sanitären Einrichtungen zurück gebaut. Neue Medienkanäle werden errichtet. Die Dachdeckung wird erneuert. In den Räumen der Bibliothek im Erdgeschoss erfolgen nur die notwenigsten Maßnahmen. Die Außenanlagen werden im Innenhof wieder hergestellt. Der Hof für den Freigang wird behutsam restauriert - Instandsetzen von Mauer und Werksteinabdeckungen am Freigang, Sicherung der Mauer, der zwischenzeitlich entfernte sogenannte "Postengang" wird wieder hergestellt. Das Erscheinungsbild der Fassade bleibt vollständig erhalten, an den erforderlichen Stellen werden aus diesem Grund lediglich Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Fenster und Gitter des Haftbereiches werden aufgearbeitet. Vorhandene Kunststofffenster werden ersetzt. Die Drainage im Sockelbereich des Gebäudes wird verbessert, um die Bausubstanz zu erhalten und gegen Durchfeuchtung zu schützen. Das Dach wird in Abstimmung mit dem Denkmalschutz erneuert, der Dachstuhl (punktuell) verstärkt. Um den Zugang zur Dokumentationsstätte zu verbessern, wird dieser in den Grünen Weg verlegt.
Sollten während der Arbeiten Hinweise auf bauliche Erweiterungen vorliegen, z. B. auf eine Bunkeranlage, werden diese durch unser Projektmanagement aufgenommen und im weiteren Projektverlauf berücksichtigt.

Sanierung der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock Hermannstraße 34b

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Neubrandenburg
Projektleitung BBL M-V Geschäftsbereich Neubrandenburg
geplante Gesamtbaukosten 3,6 Mio. Euro
Baubeginn 12/2018
geplantes Bauende 07/2020
Nutzfläche 2.152 m²
Brutto-Grundfläche 4.195 m²
Bruttorauminhalt 13.188 m³
Stand: 3. Dezember 2018

Sanierung der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock Hermannstraße 34b