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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Sanierung eines Verwaltungs- und Laborgebäudes in Neubrandenburg

06.11.2019 | EFRE im BBL M-V
Auf der landeseigenen Liegenschaft in der Demminer Straße 46 in Neubrandenburg wurde ein Erweiterungsbau für die Außenstelle des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF) in der Außenstelle in Neubrandenburg umgebaut bzw. saniert. Verantwortlich für diese Baumaßnahme war der Geschäftsbereich Neubrandenburg des Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V).
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Investition in Wachstum und Beschäftigung

Förderung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF) in der Außenstelle in Neubrandenburg - Energetische Sanierung

Zur Historie

Ende der 1960er Jahre wurde ein sogenannter Erweiterungsbau, das Tiergesundheitsamt, unmittelbar angrenzend an der vorhandenen Tierklinik errichtet. Der abgewinkelte, fünfgeschossige, nicht unterkellerte, monolithische und massive Erweiterungsbau mit flachgeneigtem Pultdach untergliedert sich in einen Verwaltungs- sowie einen Labortrakt. In einem ersten Bauabschnitt, beginnend in 2007 wurden das Laborgebäude innen, ein Großteil der Fenster und die Toiletten im Verwaltungsgebäude saniert bzw. erneuert.

Sanierung der Gebäudehülle

Die Baumaßnahme umfasste neben der energetischen Sanierung der Gebäudehülle die komplette Erneuerung des Verwaltungsbereiches, des sogenannten "Chlorhausanbaus" sowie den Umbau der Garagen.
Die ehemalige Fassade in der Straßenfassade aus einer Kombination sichtbarer Stahlbetonskelette (Stützen und Riegel) sowie Ausfachungen einzelner Felder aus dunkelroten Klinkern, der verputzte Laborvorbau und die verputzte Hofseite im Bestand erhielten an den Längsfassaden (außer dem Laborvorbau an der Südfassade) und den Giebeln eine lachsfarbene hinterlüftete und wärmegedämmte Ziegelfassade, bestehend aus
  • einer Metall-Unterkonstruktion,
  • einer 18 cm kaschierten, durchgehend wasserabweisenden und nicht brennbaren Wärmedämmschicht (Mineralwolle WLG 035),
  • einer 4 cm dicken Luftschicht und
  • einer 3 cm dicken kleinformatigen, lachsfarbenen Ziegelplatten.
Die Fassade korrespondiert sehr gut mit der Klinkerfassade der angrenzenden historischen Tierklinik und ist damit eine bauphysikalisch hochwertige, nachhaltige und Ressourcen schonende Fassade.

Der nur viergeschossige, an der Südseite um etwa 3,5 Meter vorspringende Laborvorbau, stellt optisch einen eigenständigen Baukörper dar. Er erhielt eine silbergraue hinterlüftete High Pressure Laminate (HPL) Fassade aus schwer entflammbaren HPL-Platten. Der Schichtenaufbau dieser Fassade besteht aus
  • einer Unterkonstruktion aus Metall,
  • einer 18 cm kaschierten, durchgehend wasserabweisenden, nichtbrennbaren Wärmedämmschicht (Mineralwolle WLG035),
  • einer 4 cm dicken Luftschicht und
  • 8 mm dicken, schwer entflammbaren HPL-Platten mit sichtbarer Befestigung durch Nieten.
Die Fassade des kleinen vorspringenden Windfangs (Haupteingang zum Foyer/Treppenhaus 1) wurde ebenfalls als Plattenfassade ausgeführt, jedoch mit einer geringeren Dämmschichtdicke. Anstelle der HPL-Platten wurden nichtbrennbare Eternitplatten verwendet.
Im 4. Obergeschoss wurden an der Südseite die vorhandenen alten Holzverbundfenster durch neue Kunststofffenster ersetzt. Die neuen Fenster wurden der Fensterhöhe des Verwaltungsteils angepasst.

Die vorhandenen Treppenhausfenster aus Kunststoff im Laborgebäude im Treppenhaus 2 wurden durch kleinere, schmalere, wärmegedämmte, weiße Kunststofffenster ersetzt. Sämtliche neuen Fenster sind jetzt mit Sonnenschutzglas versehen. Die bereits erneuerten Kunststofffenster des Laborgebäudes wurden ausgebaut und in die neue Dämmebene der hinterlüfteten Fassade (außen auf die Massivwand) gesetzt und fachgerecht abgedichtet. Diese Fenster wurden mit einer Sonnenschutzfolie beklebt. Die Treppenhäuser erhielten neue zweiflügelige, wärmegedämmte Glastüren mit Metallrahmen. Die Werkstatt und der Heizungsraum im Laborgebäude haben neue wärmegedämmte Metalltüren erhalten. Die hofseitigen Fenster im Bereich der Flure des Verwaltungsgebäudes wurden aus Brandschutzgründen ausgebaut. Auf der Nordseite (Hofseite) des Treppenhauses 1 wurden in allen Obergeschossen neue, wärmegedämmte, zweiflügelige Fenstertüren mit Wärmedämmglas und Metallrahmen eingebaut. Diese Fenstertüren ermöglichen dem Nutzer das Einbringen von sperrigen und schweren Ausrüstungen für das Labor (per Kran oder Hubwagen) in alle Gebäudeetagen und können in den Sommermonaten für die Regulierung der Raumtemperatur (Querlüftung) und die zusätzliche natürliche Belichtung des Treppenhauses 1 genutzt werden. Die Scheiben der bereits erneuerten Kunststofffenster im Labor- und Verwaltungsgebäude wurden gemäß Nachweis "Sommerlicher Wärmeschutz" mit reflektierenden Sonnenschutz- und Sichtschutzfolien versehen.
Das Flachdach erhielt einen neuen Dachaufbau mit Wärmedämmung.

Baumaßnahme - konstruktive und bautechnische Besonderheiten

Im 4. Obergeschoss des Laborgebäudes wurde ein neuer, größerer Mehrzweckraum geschaffen. Der Verwaltungsbereich wurde komplett entkernt.
Für die barrierefreie Erschließung des Gebäudes ist ein Aufzug errichtet worden. Das Gebäude wird mit Fernwärme beheizt und ist jetzt mit neuen Heizkörpern ausgestattet. Im Zuge der energetischen Sanierung wurde unter anderem das vorhandene Heizungssystem auf die neuen Raumheizflächen abgeglichen.
Die Beleuchtung wurde erneuert und mit LED-Leuchten ausgeführt.
Die Baumaßnahme mit insgesamt 4,1 Millionen Euro Gesamtbaukosten wurden mit 1,7 Millionen Euro von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds "EFRE V - Förderung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden" 2014-2020 gefördert.

Planungsdaten Unterbringung des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF) in der Außenstelle in Neubrandenburg

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Projektleitung BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Planung und Baubetreuung Architekturbüro Günter Heinz Neubrandenburg
Gesamtbaukosten 4,1 Millionen Euro
Anteil Förderung EU (EFRE) 1,7 Millionen Euro
Baubeginn 07/2017
Bauende 10/2019
Nutzfläche 1.666 m²
Brutto-Grundfläche 3.326 m²
Bruttorauminhalt
Stand: 6. November 2019

Betreten verboten! Deshalb hier ein Blick auf die ehemalige Baustelle im 360°-Panorama.

360 Grad-Panorama - Baustelle LALLF Neubrandenburg So sah es 2017 auf der Baustelle aus: 360 Grad-Aufnahme von der Baustelle © 2017 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Lageplan LALLF in Neubrandenburg