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Der BBL M-V stellte sich vor auf dem 13. Mecklenburg-Vorpommern-Tag 2018 in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock © 2018 Holger Martens  Rostock / Norman Wendler  Schwerin

Saubere Sache: Grundwasser erfolgreich gereinigt

24.04.2019 | Altlastenmanagement im BBL M-V
Eine der deutschlandweit größten Anlagen für die Reinigung von Grundwasser wird in der kommenden Woche abgeschaltet. Nach mehr als zehn Jahren Laufzeit und fast 14 Millionen Kubikmeter gereinigtem Wasser, ist das schädliche Erbe aus dem Boden und dem Grundwasser der ehemaligen Garnison "Schwerin-Stern Buchholz" verschwunden. Der BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin ist stolz auf diesen Erfolg bei der Sanierung.
Nach der politischen Wende 1989/90 und dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland bis 1994 fielen die zumeist militärisch genutzten Liegenschaften an das jeweilige Bundesland zurück. Eine dieser Liegenschaften der Westgruppe der Truppe (WGT) befindet sich unweit der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns Schwerin, zwischen Krebsförden und Muess, südlich von Zippendorf.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern bereitete mit einer umfangreichen Erkundung die Maßnahmen zur Beseitigung von Gefahren vor, die von der kontaminierten Fläche aus der ehemaligen WGT-Liegenschaft "Garnison Schwerin-Stern Buchholz" ausging. Die Bodenluft und das Grundwasser waren mit leichtflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffen (LCKW) belastet, die eine 1,4 Kilometer lange und 400 Meter breite Fläche bis zu einer Tiefe von 80 Metern umfasste. Diese galt es zu reinigen, die Altlasten zu beseitigen. Von der kontaminierten Fläche ging seinerzeit eine Gefahr aus für die westlich davon gelegenen Brunnen der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin mbH & Co. KG. Aus diesen Brunnen wird das Grundwasser für die Versorgung Schwerins und umliegender Gemeinden mit Trinkwasser entnommen wird.
Der Abschluss der Sanierung steht unmittelbar bevor - Ende April 2019 wird eine der deutschlandweit wenigen Filteranlagen in dieser Größenordnung abgeschaltet. Die Gefahr ist gebannt.
Aufgrund der Gefährdung begann ab 2003 die Sofortsanierung des Grundwassers, für die der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) verantwortlich ist. Im Anschluss begann 2008 die Gesamtsanierung des Grundwassers auf der WGT-Liegenschaft, die jetzt im April 2019 abgeschlossen wird.
Bereits in den Jahren 2007 und 2008 konnte durch das Absaugen der Bodenluft im Bereich der ehemaligen chemischen Reinigung eine Schadstoffquelle erfolgreich abgestellt bzw. saniert werden.

Eckdaten

Für die hydraulische Gesamtsanierung werden seit Oktober 2008 aus 26 Förderbrunnen je Stunde durchschnittlich 150 m³ kontaminiertes Grundwasser abgepumpt, gereinigt und über 26 Infiltrationsbrunnen zurückgeführt. Fast 14 Millionen Kubikmeter Wasser sind so in den letzten zehn Jahren gereinigt worden. Dazu wurden im Waldgebiet 16 Kilometer Druckrohrleitungen und 32 Kilometer Kabel verlegt.
Der BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin setzte das 14,7 Millionen Euro umfassende Projekt um. Weitere 2,7 Millionen Euro stehen in den kommenden zehn Jahren für Nachsorge und Monitoring zur Verfügung. So kann die Qualität des Grundwassers dauerhaft überwacht werden.

Nordfahne

Die Schadstoffbelastung betrug 2003 in der sogenannte Nordfahne maximal 80 Milligramm je Liter LCKW und im Jahr 2008 nach der Sofortmaßnahme noch 64 Milligramm je Liter. Nach der fast zehn Jahre laufenden Gesamtsanierung wurde der Wert im Mittel auf 0,22 Milligramm je Liter gereinigt und somit das vorgegebene Sanierungsziel erreicht. Im Grundwasser zwischen der Plater Straße und dem Wasserwerk Pinnow wurden keine LCKW nachgewiesen.

Südfahne

Ende 2016 dehnte der BBL M-V die Sanierung des Grundwassers um die sogenannte Südfahne aus. Diese Fläche liegt auf dem Areal im südlichen Bereich. Das Grundwasser wird aus fünf Brunnen gefördert und in der Sanierungsanlage im Norden aufbereitet. Dadurch konnte die mittlere LCKW-Konzentration von 1,5 auf 0,5 Milligramm je Liter gesenkt werden.

Abschaltung der Anlage

Die Anlage war probeweise ein halbes Jahr abgeschaltet und wurde im November 2018 letztmalig über den Winter in Betrieb gesetzt. Nach Zustimmung aller Fachbehörden und des Wasserwerkbetreibers WAG wird die Anlage aufgrund der Fortschritte, die in den letzten Jahren für unser Grundwasser erzielt wurden, zum 30. April 2019 endgültig abgeschaltet. An die Abschaltung schließt sich ein Programm zur Nachsorge für die nächsten zehn Jahre an. Das Ziel der Sanierung ist erreicht. Durch ein sogenanntes Grundwassermodell ist nachgewiesen, dass das Wasserwerk Pinnow auch zukünftig nicht gefährdet ist und dauerhaft betrieben werden kann.
Der BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin ist sehr stolz auf den Erfolg dieser Sanierung und möchte Presse- und Medienvertreter herzlich zum Ortstermin einladen. Robert Klaus, Leiter des BBL M-V Geschäftsbereichs Schwerin, wird dann gemeinsam mit der Projektleitung und den beauftragten Büros über die Sanierung informieren. Bitte melden Sie sich hier an:

Anmeldung erforderlich! Treffpunkt Pressetermin 30. April 2019 um 13 Uhr