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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Schloss Güstrow - Instandsetzung des Wirtschaftsgebäudes

28.08.2018 I EFRE im BBL M-V
Die Europäische Union (EU) unterstützt u. a. die Entwicklung strukturschwacher Regionen auf unserem Kontinent. Damit möchte die Gemeinschaft der 28 Mitgliedsländer unterschiedlich stark bzw. schwach entwickelte Gebiete einander angleichen. Einen Teil dieser Investitionen setzt der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) in Mecklenburg-Vorpommern um.
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Investition in Wachstum und Beschäftigung

Förderung der nachhaltigen Stadtentwicklung zur Verbesserung der dauerhaften Nutzung des kulturellen Erbes
Schloss Güstrow - Instandsetzung des Wirtschaftsgebäudes

Projektbeschreibung

Bereits aus slawischer Zeit wurde eine Burg auf dem heutigen Gelände des Schlosses Güstrow nachgewiesen. Beginnend mit dem 1557 abgebrannten Südflügel wurde die Burganlage sukzessive zu einem Renaissanceschloss um- und ausgebaut. Der aufwändig verputzte Backsteinbau mit Elementen der Gestaltung wie Rustika (Säulenordnungen), ist einer der bedeutendsten Bauten der Renaissance im Norden Deutschlands.
Das Wirtschaftsgebäude ist das jüngste der Schlossanlage mit einem Baubeginn im Jahr 1882. Zweigeschossig mit ausgebautem Dachdrempel bestehen die Fassaden aus Ziegelsteinen mit betontem Mittelrisalit in beiden Längsseiten. Das Mauerwerk der Fundamente und Sockel besteht aus Feldsteinen, das flachgeneigte Satteldach ist mit Bitumenpappe gedeckt und die überwiegend bauzeitlichen kleinteiligen Metallsprossenfenster enthalten Segmentbogen. Das Gebäude wurde umfassend in den 1980er Jahren saniert. Wesentliche Bauteile wie Treppen, Türen und auch Fenster wurden erneuert, jedoch hat sich seitdem der Zustand wesentlich verschlechtert.

Gebäudezustand

Die hölzerne Tragkonstruktion des Daches ist partiell durch Braunfäule und baukonstruktive Alterserscheinungen geschädigt und Schadstoffen kontaminiert. Das Dach ist an einigen Stellen durchlässig, sodass Dach und Tragkonstruktion erneuert werden müssen.
Die Fassade ist stark erodiert; Risse, Abplatzungen und Schäden durch eindringendes Wasser sowie Störungen im Gefüge des Mauerwerks gehören zu den herausragenden Schadensbildern. Teilweise wurden in vergangenen Zeiten Ziegelsteine durch falsche Formate ersetzt. Die Fenster sind ebenfalls geschädigt -  zum Teil sind die Rahmenhölzer zerstört, verformt und schließen nicht mehr ohne Weiteres.
Wegen erheblicher Brandschutzmängel musste das Obergeschoss gesperrt werden. Ein zweiter Fluchtweg ist vorgesehen, um dem konstruktiven Brandschutzes gerecht zu werden.

Baumaßnahmen

Grundsätzlich ist die barrierefreie Erschließung des Gebäudes geplant. Dazu wird innen, hinter dem Treppenhaus ein Aufzug eingebaut. Der Haupteingang kann über eine seitlich angeordnete Rampe erreicht werden.
Die Fassade wird schonend instandgesetzt, von der Reinigung bis hin zur Auswechslung von Ziegeln und Fugen. Die Fenster werden teilweise ausgetauscht, die sanierungsfähigen Fenster repariert. Eine neue zweite innere Ebene verbessert die bauphysikalischen und sicherheitstechnischen Anforderungen der Fenster.
Das Dach wird nach heutigem Stand durch eines aus Zinkblech ersetzt, die Holzkonstruktion wird nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten statisch und konstruktiv teilweise erneuert und saniert, der Dachstuhl zuvor dekontaminiert.
Im Inneren werden die Oberflächen von Wänden, Decken und Böden gereinigt sowie Fehlstellen und lockere Beläge gefestigt sowie der Bestand behutsam konserviert.
Die Sanierung des Innenraums beschränkt sich auf das Mindestmaß. Dabei werden die Elektroanlagen erneuert und gleichzeitig das neue Brandschutzkonzept und Anforderungen an die Sicherheit umgesetzt. Mängel an den Einbruchmelde- und Videoanlagen, der Sicherheitsbeleuchtung und den RWA-Anlagen werden in diesem Zusammenhang behoben.
Die Nutzung ist wie folgt geplant: Im Untergeschoss entstehen Lager- und Technikräume, im Erdgeschoss und im Dachgeschoss entstehen multifunktionale Räume, die sowohl für Ausstellungen als auch für Gastronomie genutzt werden können.

Nutzung nach Fertigstellung

Nach der Restaurierung ist unter Beachtung der genehmigten denkmalpflegerischen Zielstellung eine multifunktionale und öffentliche Nutzung des Wirtschaftsgebäudes möglich. Mit der Investition des Landes im Rahmen dieses Bauprojektes geschieht das unter Bewahrung der historischen Gebäudesubstanz.

Verbesserung der dauerhaften Nutzung des kulturellen Erbes - dieses Förderziel der Europäischen Union wird damit erreicht.

Planungsdaten Wirtschaftsgebäude Schloss Güstrow

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V, Geschäftsbereich Schwerin
Baukosten ca. 4 Mio. Euro inklusive Erstausstattung
Bauende Ende 2021
Fläche ca. 630 m² Nettogrundfläche