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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Schlossanlage Mirow - Grundinstandsetzung des Torhauses

04.07.2018 I EFRE im BBL M-V
Die Europäische Union (EU) unterstützt u. a. die Entwicklung strukturschwacher Regionen auf unserem Kontinent. Damit möchte die Gemeinschaft der 28 Mitgliedsländer unterschiedlich stark bzw. schwach entwickelte Gebiete einander angleichen. Einen Teil dieser Investitionen setzt der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) in Mecklenburg-Vorpommern um.
Logo des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung

Investition in Wachstum und Beschäftigung

Förderung von Schwerpunktbereichen der wirtschaftsnahen inklusive touristischen Infrastruktur
Schlossanlage Mirow - Grundinstandsetzung Torhaus

Ausgangssituation

Der älteste erhaltene Profanbau und Wahrzeichen der Stadt Mirow ist das Torhaus der Schlossinsel. Der weiße Renaissancebau wurde zusammen mit dem Befestigungssystem im 16. Jahrhundert erbaut. Damals stellte er mit seiner Tordurchfahrt im Erdgeschoss den einzigen Zugang zur Insel dar. Das Landeswappen erhielt das Torhaus 1588 unter der Regentschaft von Herzog Karl zu Mecklenburg. 1905 wurde der Südgiebel mit einem nachträglichen Anbau versehen. Reste der Wallanlagen sind noch heute vorhanden.
Das Schloss Mirow wurde von 2003 bis Pfingsten 2014 umfassend restauriert und ist als Museum wieder öffentlich zugänglich. Verantwortlich dafür war der BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin, der hier die Investitionen des Landes inkl. Förderung der EU aus dem ELER-Programm umsetzte und auch das nunmehr geplante Bauprojekt umsetzen wird.

Zusätzlich können das Foyer, der Fest- und der Gartensaal für Veranstaltungen genutzt werden. Im Schloss selbst ist aus denkmalpflegerischen Gründen keine Fläche für die Museumspädagogik vorhanden. Zur Kompensation soll daher das Torhaus dienen, das ausreichend Flächen bietet, um Gruppen zu empfangen. Das Gebäude weist jedoch eine schadhafte und nicht denkmalgerechte Dacheindeckung auf. Zudem kann der Kaltdachraum nicht gelüftet werden und damit besteht dort die Gefahr, dass sich Schimmel bildet. Die dort eingebrachte Dämmung aus Mineralfasern ist nicht mehr intakt. An der Fassade wurden mit der Denkmalpflege nicht verträgliche Ergänzungen am Putz ausgeführt sowie ein Dispersionsanstrich aufgebracht, der stark geschädigt ist. Der Außenputz im Bereich des Erdgeschosses ist von Feuchteschäden und Versalzungen betroffen. Im Laufe der Zeit ist das an das Gebäude grenzende Niveau des Geländes um 40 bis 60 cm gestiegen und trägt damit zur messbaren Durchfeuchtung des Mauerwerks und der Putze im Erdgeschoss bei.
Das Gebäude in seinem jetzigen Zustand vermittelt einen eher nachteiligen und abweisenden Eindruck. Es besteht dringender Bedarf, eine Qualität zu erreichen, die dem Standard der weiteren Investitionen an Schloss, Gartenanlage, Remise, Kirche, Straße und Parkplätzen ebenbürtig ist.

Beschreibung der geplanten Umsetzung

Die geplante Herrichtung des Torhauses umfasst die Sanierung der Gebäudehülle und den Umbau des jetzigen Ausstellungsbereiches im Erdgeschoss für die Museumspädagogik. Teeküche und WC bleiben grundsätzlich erhalten. Im Rahmen der Hüllensanierung wird die mangelhafte Dacheindeckung erneuert und das Dach insgesamt mit einem Unterdach versehen. Im Zuge dieser Arbeiten wird die geschädigte Dämmung aus Mineralfaser durch eine Dämmung aus Zellulose ersetzt. Des Weiteren wird der Anstrich von 1995 behutsam vom vorhandenen bauzeitlichen Putz im Stil der Renaissance entfernt. Spätere, aus Sicht der Denkmalpflege nicht konform ausgeführte Ergänzungen am Putz, werden fachgerecht erneuert und ein neuer Kalkanstrich aufgetragen. Bestandteil der umfassenden Sanierung der Fassade ist die Restaurierung der Fenster. Zudem wird der bauzeitliche, mittige Schornstein wieder über Dach geführt und erhält einen Schornsteinkopf nach historischem Vorbild. Hierzu sind geringfügige Änderungen am Grundriss im Dachgeschoss erforderlich. Die Innenräume des Obergeschosses sind, abgesehen von den notwendigen Änderungen der Leitungsführungen und der Einrichtung einer Brandmeldeanlage, nicht Bestandteil der Baumaßnahme. Im Außenbereich zwischen Nordgiebel und Wall wird ein Nebengebäude in Holzständerbauweise mit Bitumendachbahn errichtet.

Nutzung nach Fertigstellung

Mit der Restaurierung des Torhauses wird das Wahrzeichen der Stadt wiederhergestellt. Durch die öffentliche Nutzung des Torhauses als museumspädagogischer Veranstaltungsort wird die touristische Anziehungskraft der gesamten Schlossanlage Mirow gesteigert und auch die Nachhaltigkeit der bereits fertig gestellten Sanierungsmaßnahmen unterstützt.
Von der Instandsetzung des Torhauses wird voraussichtlich die Mehrzahl der Firmen in Mirow und Umgebung profitieren. Denn durch die Reaktivierung des bedeutenden historischen Ensembles wird ein erheblicher Beitrag zur Stärkung des Kulturtourismus und zur Erweiterung kultureller und touristischer Angebote in der Region geleistet.

Planungsdaten Torhaus Schloss Mirow

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin
geplante Gesamtbaukosten 1,5 Millionen Euro
Anteil EU-Förderung (EFRE) 1,4 Millionen Euro
Baubeginn 03/2019
- Gebäude bis 4. Quartal 2019
- Möblierung bis 02/2020
- Freianlagen bis 05/2020
geplantes Bauende 06/2020
Nutzfläche 273,51 m²
Stand: 18. März 2019