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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Universität Greifswald, Neubau Rechenzentrum

18.12.2018 I EFRE im BBL M-V
Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert mit Unterstützung der Europäischen Union weiter in die bauliche Entwicklung der Universität in Greifswald. Es entsteht ein Rechenzentrum, bestehend aus zwei Gebäudekörpern, einem für die Rechentechnik und einem Seminar- und Verwaltungsgebäude. Verantwortlich für das ca. 10,1 Millionen Euro umfassende Bauprojekt ist der BBL M-V Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau.
Logo des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung

Investition in Wachstum und Beschäftigung

Förderung der Forschungs- und Innovationskompetenzen an Hochschulen
Universität Greifswald - Neubau Rechenzentrum

Städtebauliches Konzept

Im Masterplan Gesamtcampus Sondergebiet "Entwicklungsgebiet Jahnstraße/ Rathenaustraße/ Fleischmannstraße/ Anklamer Straße/ Karl-Liebknecht-Ring" ist für den Neubau des Universitätsrechenzentrums (URZ) eine Fläche zwischen der Zentralen Universitätsbibliothek im Westen und der BDH-Klinik im Osten vorgesehen. Die Gesamtliegenschaft des Entwicklungsgebietes ist dabei als "Sonstiges Sondergebiet/ Hochschulen für Lehre und Forschung" eingeordnet.

Lage auf dem Grundstück

Um den städtebaulichen sowie auch den funktionalen Vorgaben am besten zu entsprechen, wird der Neubau des URZ aus zwei Gebäudekörpern bestehen, dem eigentlichen Rechnergebäude und dem Seminar- und Verwaltungsgebäude. Das quadratische Rechnergebäude ist nördlich auf dem Grundstück angeordnet, südöstlich davon wird sich das als Riegel in Nord-Süd-Richtung geplante Seminar- und Verwaltungsgebäude erstrecken. Form und Lage der Teilgebäude auf dem Grundstück bilden nach Südwesten eine kleinere, zur Rudolf-Petershagen-Allee hin offene Freifläche, über die das neue URZ für den Personenverkehr erschlossen wird. Das URZ wird, um die verbleibende Grundstücksfläche bestmöglich nutzen zu können, an der östlichen Grundstücksgrenze, also als westliches Nachbargebäude zur BDH-Klinik platziert.

Planungskonzept - Integrales Rechner- und Gebäudekonzept

Im Rahmen des Vorbildcharakters von öffentlichen Bauten soll das zu errichtende Rechnergebäude ein "Leuchtturm für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz" sein. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, muss ein integraler Ansatz zwischen technischer Gebäudeausrüstung und Informationstechnik angewendet werden. Durch das vom späteren Nutzer vordefinierte Rechnerkonzept konnte ein nachhaltiges, energetisch optimiertes Lüftungs- und Klimatisierungskonzept entwickelt werden. Ziel ist es, ein modernes und effizientes Rechenzentrum zu entwerfen und zu bauen. Herz des Konzeptes ist dabei die Klimatisierung der Informationstechnik im Rechnergebäude ohne Kältemaschinen.
Der Betrieb des bestehenden Rechenzentrums ist solange aufrecht zu erhalten, bis das neue URZ vollständig in Betrieb ist. Erst dann kann das alte Rechenzentrum abgerissen werden.

Rechnergebäude

Im Rechnergebäude sind im Erdgeschoss alle primären und sekundären Anlagen und Funktionen untergebracht, die zum Betrieb der Server notwendig sind. Dazu gehören
  • informationstechnischen Anlagen wie Servern und Netzwerktechnik,
  • die Energieversorgung bestehend aus
    • Mittelspannungsstation,
    • Niederspannungshauptverteilungen,
    • Netzersatzanlage für kritische Systeme und unterbrechungsfreie Energieversorgung für kritische Systeme,
    • Kälteversorgung und
    • sonstige Technische Infrastruktur für das Rechenzentrum.
Die für den Betrieb erforderlichen Rückkühlwerke sind auf dem südlichen Teil der Dachfläche angeordnet. Ein geschosshoher Wandschutz wird diese Rückkühlwerke vierseitig sowohl optisch als auch akustisch nach außen abschirmen. Dadurch erscheint das Rechnergebäude nach Süden hin zweigeschossig.

Seminar- und Verwaltungsgebäude

Das dreigeschossige Seminar- und Verwaltungsgebäude wird über den an der Westseite befindlichen Haupteingang, über den hier dem Gebäude vorgelagerten Vorplatz betreten. An den Haupteingang gliedern sich ein Foyer mit barrierefreier WC-Anlage, das Haupttreppenhaus mit Aufzug sowie, nach Norden entlang der Gebäudewestseite, ein Flur zur Erschließung von Multifunktionsraum und der haustechnischen Bereiche an.
Über diesen Flur ist auch der ebenerdige, wettergeschützte Übergang zum Rechnergebäude an der nordwestlichen Gebäudeecke zu erreichen.  Vom Eingangsbereich aus nach Süden werden, ebenfalls über einen Flur an der Westseite entlang, der CIP-Pool, das Grafiklabor und die Räume für Videoschnitt/E-Learning erschlossen. 
Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sind die Diensträume der Institutsmitarbeiter und zum Institutsbetrieb gehörende, weitere Räume sowie je Geschoss eine Teeküche und eine WC-Anlage. Zur verbesserten vertikalen Orientierung werden die Bereiche der Obergeschosse über dem Treppenhausflur im Erdgeschoss als offene Galerien ausgebildet.

Fassadengestaltung

Das Seminar- und Verwaltungsgebäude zeigt sich nach außen mit großen, bodengleichen Fensteröffnungen im Erdgeschoss, die im Eingangsbereich mit strukturierten Fertigteilen aus Beton und von einer Lisene gerahmt werden, die im Windfang zusammengeführt werden und enden. Der darüber liegende geschlossene zweigeschossige Bereich wirkt zurückhaltend und unaufdringlich. Die unterschiedliche Gestaltung steht im Zusammenhang mit der Nutzung: während im Erdgeschoss der Lehrbetrieb stattfindet, hier mit den Studierenden also die breitere Öffentlichkeit des Universitätsbetrieb Einlass hat, sind die beiden Obergeschosse im Wesentlichen den Lehrenden selbst und deren Forschung vorbehalten. Die transparenten Außenwandbereiche des Erdgeschosses sind größtenteils raumhoch verglast. Die geschlossenen Bereiche im hervorgehobenen Eingangsbereich sind mit Sichtbeton-Sandwich-Elementen versehen. Der Rest, sowie die beiden Obergeschosse des Gebäudes erhalten eine Lochfassade. Alle geschlossenen Bereiche werden als hinterlüftete, vorgehängte Fassade aus Ziegeltonplatten ausgebildet. Zur Betonung des Eingangs und des Zentrums des Gebäudes mit seiner vertikalen Haupterschließung erhält das Foyer und Haupttreppenhaus in den beiden Obergeschossen auf beiden Längsseiten eine durch einen breiten, vor die Gebäudeaußenwand vortretenden Blendrahmen eingefasste, zweigeschossige Verglasung. Alle Verglasungen sind in thermisch getrennten Aluminiumrahmen eingefasst und werden, sofern sie Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, mit einem elektrisch betriebenen, außenliegenden Sonnenschutz auf schienengeführten, pulverbeschichteten Metall-Lamellen versehen. Die Computerräume im Erdgeschoss erhalten eine innenliegende Verdunklung.
Die Wände des Neubaus werden aus Sandwichpaneelen in Fertigteilbauweise vorgesehen. Die Außenseite wird als Sichtbeton, mit zwei sich abwechselnden, unterschiedlichen Oberflächen (glatt und Rillenstruktur) ausgeführt. Je nach Himmelsrichtung, Lage der Luftansaugflächen und Wandöffnungen sollen die Betonflächen zusätzliche Gerüste zum Ranken und zur Begrünung erhalten. Die Betonplatten werden nur dort strukturiert, wo keine Begrünung angebracht wird. Die Rückkühlwerke auf dem Dach des neuen Rechenzentrums werden mittels Schallschutzpaneelen (Sandwich-Blechpaneele) eingefasst. Der Außenring erhält zur architektonischen Aufwertung eine zusätzliche Verkleidung aus einfachem rautenförmigen Streckmetall. Die Farbe der Türen und Metallflächen wird in Abstimmung mit dem Nutzer in einem kälteren, unauffälligen Grau-/Silberton ausgebildet werden.

Barrierefreiheit

Gemäß der Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommerns sowie entsprechend den Vorgaben der DIN 18040 Teil 1 "Barrierefreies Bauen - öffentlich zugängliche Gebäude" ist das Gebäude als Einrichtung des Bildungswesens in sämtlichen Nutzungsbereichen barrierefrei geplant.

Energetische Ziele und Nachhaltiges Bauen

Sämtliche Anforderungen der Energieeinsparverordnung (ENEV) werden umgesetzt. Aus dem Bereich des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) werden folgende energetischen Ziele zur Umsetzung angestrebt:
  • Nutzung der Abwärme aus dem Rechnergebäude für den Gebäudeteil Seminar- und Verwaltungsgebäude (100% Anteil aus Abwärme)
  • Versorgung des benachbarten Forschungsgebäudes Center for Functional Genomics of Microbes (CFGM) mit dieser "Nahwärme" (Abwärme) über eine neu zu verlegende Erdleitung (25% Anteil aus Abwärme)
Grundlage der Planung sind die Nachhaltigkeitskriterien in Anlehnung an das BNB für Büro- und Verwaltungsgebäude. Dabei werden 65 Prozent Erfüllungsgrad und damit der "Silber-Standard" angestrebt.

Schauen Sie sich auf der Baustelle um und klicken einfach in das 360°-Panorama!

360 - Universität Greifswald, Neubau Rechenzentrum Hat sich eisenhart bewehrt: das Fundament des Gebäudes für die Rechner entsteht in Stahlbetonbauweise. © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Neubau Rechenzentrum - Die wichtigsten Eckdaten bisher

05.2012 Planungsauftrag zur Durchführung eines EU-weiten nichtoffenen Wettbewerbs
12.2012 europaweite Auslobung der Planungsleistungen für Gebäude, Tragwerk und Haustechnik
12.2013 Abschluss VOF-Verfahren mit Auswahl des Planungsteams (ARGE)
03.2014 Planungsauftrag zur Fortschreibung des Konzeptes zu einer Entscheidungsunterlage-Bau
07.2015 Planungsauftrag für die Erstellung der Entwurfsunterlage-Bau (EW-Bau)
11.2015 Vorlage der EW-Bau
07.2017 Überarbeitung der EW-Bau zwecks Kosteneinsparung
08.2017 Baubeginn (vorbereitende Maßnahmen Verlegen RW/SW-Leitungen)
11.2019 geplante Fertigstellung
Stand: Oktober 2017

Neubau Rechenzentrum - Planungsdaten

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau
genehmigte Gesamtkosten ca. 10,1 Mio. € (ohne Ersteinrichtung)
davon Bauwerkskosten ca. 8 Mio. €
davon Honorarkosten ca. 2,1 Mio. €
Förderzeitraum 2014 - 2020
Anteil förderfähige Gesamtkosten gemäß Förderantrag
davon EFRE-Fördersumme gemäß Förderantrag
Nutzungsfläche NUF 1-6 gesamt 1.000 m²
Nettoraumfläche NRF gesamt 1.656 m²
Bruttogrundfläche BGF gesamt 1.998 m²
Bruttorauminhalt BRI gesamt 9.521 m³
davon Rechnergebäude
Nutzungsfläche NUF 1-6 Rechnergebäude 216 m²
Nettoraumfläche NRF Rechnergebäude 480 m²
Bruttogrundfläche BGF Rechnergebäude 558 m²
Bruttorauminhalt BRI Rechnergebäude 4.205 m³
davon Seminar-/ Verwaltungsgebäude
Nutzungsfläche NUF 1-6 Seminar-/ Verwaltungsgebäude 784 m²
Nettoraumfläche NRF Seminar-/ Verwaltungsgebäude 1.176 m²
Bruttogrundfläche BGF Seminar-/ Verwaltungsgebäude 1.440 m²
Bruttorauminhalt BRI Seminar-/ Verwaltungsgebäude 5.316 m³
beauftragte Architekten HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart
Tragwerksplanung GTB Berlin, Gesellschaft für Bauplanung mbH, Berlin
Planung Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro GTB Berlin, Gesellschaft für Bauplanung mbH, Berlin
Planung Rechentechnik dc-ce Berlin-Brandenburg GmbH, Teltow
Stand: Oktober 2017

Standort Neubau Universitätsrechenzentrum (URZ)