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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Grundsanierung Statikgebäude

02.07.2019 | EFRE im BBL M-V
Auf dem Campus Südstadt wird das Statikgebäude saniert. Es gehört zu einem denkmalgeschützten Ensemble, das in den 1950er Jahren errichtet worden ist und seit 2004 von der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (FMS) genutzt wird. Mit der Grundsanierung werden unter Beachtung des Denkmalschutzes die Studien- und Arbeitsbedingungen erheblich verbessert.
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Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Grundsanierung Statikgebäude
Der Teil des Südstadt-Campus zwischen Albert-Einstein-Straße, Joachim-Jungius-Straße, Rudolf-Diesel-Straße und Erich-Schlesinger-Straße wird seit 2004 von der FMS genutzt. Das Statikgebäude steht entlang der Joachim-Jungius-Straße. Das gesamte Ensemble inkl. des Grundstückes ist Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern und unterliegt dem Denkmalschutz. Alle geplanten Veränderungen werden eng mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) abgestimmt.

Ziel der Sanierung ist die zweckmäßige Ordnung des anerkannten Raumbedarfs der FMS unter Berücksichtigung des Zustandes des Gebäudes. Geplant sind der Umbau und die Schaffung eines neuen Eingangs aus nord-westlicher Richtung, das Farb- und Materialkonzept im Kontext mit dem restauratorischem Gutachten sowie die Herrichtung der Außenanlagen. Die Planung umfasst eine Ertüchtigung des Gebäudes nach heutigen Richtlinien für Arbeitsstätten unter Berücksichtigung der Vorgaben des Leitfadens Bau der Universität Rostock, des Denkmalschutzes sowie der allgemein anerkannten Regeln der Technik.

Die Vorgaben der Universität Rostock beinhalten eine neue Anordnung der Funktionsflächen der Lehrstühle Konstruktionstechnik/Leichtbau, Strukturmechanik, Strömungsmaschinen, Werkstoffe für die Medizintechnik sowie Werkstofftechnik. In Anlehnung an die derzeitige Nutzung werden die Labore und Messräume im Untergeschoss angeordnet. Die Verwaltungs- und Büroräume kommen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss unter. 

Der behindertengerechte Zugang von Statikgebäude und Strömungshalle wird über einen neuen Zugang auf der nördlichen Seite des Verbinders 6133 erfolgen. Der bisherige Zugang über die Außentreppe des Kellers am Statikgebäude wird künftig zur Anlieferungszone für den Laborbetrieb genutzt.
Die neuen Sanitäreinheiten wurden neu bemessen und geplant. Im Erdgeschoss ist eine barrierefreie WC-Anlage vorgesehen. In die Verwaltungsebenen werden Teeküchen integriert.

Denkmalschutz

Die Maßnahmen im Bereich der Fassade und des Daches sowie in den öffentlichen Bereichen im Inneren des Gebäudes berücksichtigen im Besonderen die denkmalpflegerische Zielsetzung, welche auf den Erhalt der qualitätsvollen Architektur der Bauzeit in den 1950er Jahren abzielt. Die Grundlage hierfür bildet das restauratorische Gutachten, das der für das Bauprojekt verantwortliche Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) bei Restaurator Jörg Schröder aus Rostock beauftragte. 
Besonders erhaltenswert ist das Erscheinungsbild der Fassade, mit ihrer Oberfläche aus Beton und den besonderen Putzstrukturen, der Gliederung der Fenster sowie die Rhythmisierung der Fassadenfläche durch Lisenen aus Stahlbeton.
Ziel ist eine detailgenaue Sanierung und Rekonstruktion dieser Beton- und Putzoberflächen, sowie der Elemente aus Naturstein. Im Inneren des Gebäudes kommt es auf den Erhalt und einer Rekonstruktion des Materials- und Farbkonzeptes aus den 1950er Jahren an. Im Besonderen wird Wert auf den Erhalt - und soweit technisch möglich - der Treppenhäuser, Türen, der teilweise noch vorhandenen bauzeitlichen Beleuchtung sowie der Natur- und Werksteinelemente gelegt.

Historie und Architektur

Der Entwurf der Architekten Walter Baresel und Ernst Gahler steht heute in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Der in den Jahren 1958 bis 1962 errichtete Gebäudekomplex ist der erste neu errichtete Universitätscampus nach dem 2. Weltkrieg auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die Gesamtanlage mit dem Planungsstand von 1957 sollte in drei Bauabschnitten errichtet werden. Bei der tatsächlichen Umsetzung wurde der dritte Bauabschnitt jedoch nicht realisiert.

Bei der Festlegung der Konstruktion wurde seinerzeit Wert auf hohe Wirtschaftlichkeit gelegt. Bezugnehmend darauf wurde für die Gestaltung der Grundrisse in den Geschossbauten eine zweihüftige Bauweise gewählt. Dazu dienten der Einsatz von Teilen aus Fertigbeton (z. B. Menzeldecken) und die Wiederverwendbarkeit wichtiger Bauteile. Des Weiteren kam ein strenges Achssystem von 2m bei Geschossbauten und 5m bei Hallenbauten zur Anwendung.
Die durch die Funktionen der Institute bedingte Trennung der Gebäude inkl. der Hallenbauten und notwendigen Verkehrsbeziehungen, führten zu einer aufgelockerten Gliederung der Baukörper im Ensemble. Es war die Absicht der damaligen Architekten ein Gesamtbauwerk zu schaffen, welches den modernen Geist der 1950er Jahre widerspiegelt.

Gebäudetechnik

Die Anforderungen an die neuen Laborräume und den Büroflächen erfordern die Kompletterneuerung der technischen Gebäudeausstattung, einhergehend mit der Erhöhung des Bedarfs an Technikflächen.

Planungsdaten Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Grundsanierung Statikgebäude (3. BA, 7. RA)

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau
Gesamtbaukosten 6,5 Millionen Euro
EFRE-Förderung ca. 79 Prozent
Baubeginn 07.2018
geplantes Bauende Mitte 2021
Hauptnutzfläche 1.295 m²
Bruttorauminhalt 9.945 m³
beauftragtes Planungsbüro
Stand: 2. Juli 2019