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Der BBL M-V stellte sich vor auf dem 13. Mecklenburg-Vorpommern-Tag 2018 in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock © 2018 Holger Martens  Rostock / Norman Wendler  Schwerin

Unter Dach und Fach

14.05.2019 I Aus der Dachterrasse wird ein Seminarraum
Eine Dachterrasse auf dem Erweiterungsbau der Hochschule für Musik und Theater in Rostock (HMT) ist zu einem großartigen und hellen Seminarraum umgebaut geworden. Das 700.000 Euro umfassende Bauprojekt setzte der Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) um.
Damit steht für die Studierenden und Mitarbeitenden der HMT nach acht Monaten Bauzeit die dringend benötigte und top-modern ausgestattete 130 m² Nutzfläche zur Verfügung. Die Studien- und Arbeitsbedingungen verbessern sich deutlich.
Die Seminarflächen für die Ausbildung der Studierenden im Lehramt reichten bisher nicht aus, um der Verpflichtung nachzukommen, die die HMT mit dem Land M-V eingegangen ist. Jetzt kann die Zahl der Studierenden Schulmusik deutlich erhöht werden. Der BBL M-V übergab den Seminarraum an die HMT bereits am 21. November 2018. Der Seminarraum wird dem hohen Anspruch an die Studienbedingungen einer Hochschule der Musik gerecht.

Die Idee

Da für Erweiterungen Flächen auf dem denkmalgeschützten Areal nicht zur Verfügung standen, war Kreativität beim Bauherrn, Nutzer und Planer gefragt. Das ehemalige Katharinenstift, 1223 als Kloster errichtet, nach der Reformation als Armenhaus genutzt, brannte beim großen Stadtbrand 1677 fast vollständig nieder. Von da an waren hier zeitweise Waisenhaus, Schule, Lazarett, Irrenanstalt und Altenheim untergebracht. Mitte der 1990er Jahre entschied das Land M-V, die HMT in diesem besonderen Gebäudekomplex unterzubringen und zu einem bundesweit einzigartigen Ensemble auszubauen.

Das Bauprojekt

In die Sanierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Areals in der Rostocker Altstadt investierte das Land M-V zwischen Ende 1997 und Anfang 2001 etwa 31 Millionen Euro. Auf dem Erweiterungsbau, der seinerzeit errichtet worden war und den Gebäudekomplex südlich schließt, war zwar wenig aber dennoch ausreichend Platz vorhanden, um den anerkannten Raumbedarf der HMT mit dem Umbau zu decken. Weg mit der Dachterrasse, her mit dem Seminarraum, so die favorisierte Variante. Gesagt, getan.

Die Umsetzung

Herausfordernd in der Planung waren neben Denkmal- und Brandschutz die Bauakustik, der Sonnenschutz, thermische Themen sowie die Medientechnik. Die alte Dachkonstruktion wurde zunächst zurückgebaut und die Kiesschicht entfernt bevor die neuen Bauteile eingebracht werden konnten. Entstanden ist ein Raum, heller und freundlicher Raum, Fußboden aus Eichenholz, farbig am Bestand ausgerichtet, u. a. mit anthrazitfarben Elementen des Stahlbaus, der von drei Seiten mit Fenstern verglast ist. Aus letzterem ergibt sich eine hohe thermische Belastung, der das Lernen in diesem Raum beeinträchtigt hätte. So erarbeiteten die vom BBL M-V beauftragten Planer eine thermische Simulation, um den "Dachausbau" dahingehend zu optimieren. Dazu gehörte u. a. die Planung der Belüftung des Raums am Tage – aber auch in der Nacht. Mit der Heizung und einer externen Kälteanlage, die an die Steuerung zum Öffnen der Fenster gekoppelt ist, kann die Wärmemenge beherrscht werden, die durch die Sonne aber auch von den Menschen in den Seminarraum eingetragen wird. Per Fernbedienung bzw. zusätzlichen Schaltern lassen sich die gewünschte Temperatur im Raum einstellen, Fenster öffnen und schließen, Jalousien zum Schutz vor der Sonne heben und senken.
Betriebs- und Störmeldungen aus dem Seminarraum sind auf die bereits vorhandene Gebäude- und Leittechnik aufgeschaltet und lassen sich so von außerhalb überwachen und steuern.

Moderne Medientechnik installiert

Die Technik ist den Wünschen und Anforderungen der HMT installiert worden und fällt im Raum kaum auf. Komplexe Steuerungen der Medientechnik, der Lüftungs- und Klimatechnik sowie der Datenübertragung fügen sich in die Struktur des Raumes unauffällig ein. So können Bild und Ton von verschiedenen Quellen zwischen Seminarraum und Tonstudio übertragen werden – ob vom Musikinstrument, Mikrofon, der hochauflösenden Schwenk- und Neigekamera oder den Tablets bzw. Notebooks der Studierenden – das Netzwerk wurde so leistungsstark erweitert, dass Videos und Audios mit bis zu 4K übertragen werden können. Kabelsalat? Fehlanzeige!
Der Hingucker im Seminarraum aber ist neben der Silhouette der Hanse- und Universitätsstadt Rostock der 85-Zoll große, multifunktionale und höhenverstellbare Bildschirm, auf dem mit spezieller Software und passendem Stift geschrieben werden kann. So werden den neuen Lehrmethoden eine blendfreie Projektionsfläche und innovative digitale Möglichkeiten gegeben.
Für das Bauprojekt beauftragte der BBL M-V Planungsbüros und Baufirmen vorwiegend aus Rostock und der Region. Die Planungen Elektro sowie der Fernmelde-, IT- und Medientechnik plante der BBL M-V selbst.
v.l.n.r.: Der Architekt Herr Andreas Baier  Dezernent SM 2 Herr Ralf Niendorf und Herr Prof. Dr. Oliver Krämer von der HMT während der Technischen Übergabe. © 2019 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Lob von Professor Dr. Oliver Krämer

Anlässlich der Technischen Übergabe am 18. November 2018 lobte Professor Krämer vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik die neuen Räumlichkeiten und die Medienausstattung. Er sprach davon, dass die digitale Welt auch bei der Ausbildung in der HMT ein großes Thema ist und der neue Seminarraum hinsichtlich Ausstattung zukünftiger Seminarräume hoffentlich vorbildwirksam wird.
Professor Krämer ist überzeugt ist, dass dieser Raum von den Studierenden und dem Lehrpersonal gut angenommen wird.

Klicken Sie auf das Bild und schauen sich selbst im neuen Seminarraum um!

So sieht es im neuen Seminarraum aus - 306°-Panorama Neuer Seminarraum in der HMT in Rostock. © 2019 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Hochschule für Musik und Theater Rostock