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Baustelle für die Zentralen Medizinischen Funktionen auf dem Campus Schillingallee der Universitätsmedizin Rostock © 2018 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Wiederherstellung Schlosspark Mirow

19.10.2017 I ELER im BBL M-V
Die Europäische Union (EU) unterstützt u. a. die Entwicklung strukturschwacher Regionen auf unserem Kontinent. Damit möchte die Gemeinschaft der 28 Mitgliedsländer unterschiedlich stark bzw. schwach entwickelte Gebiete einander angleichen. Einen Teil dieser Investitionen setzt der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) in Mecklenburg-Vorpommern um.

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete

Maßnahmen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Aufwertung kulturhistorischer Bausubstanz zum Schutz und der Erhaltung des ländlichen Kulturerbes bei Schlössern, Gutsanlagen und Parks
Schlosspark Mirow - Wiederherstellung

Historie

Die Ursprünge der baulichen Entwicklung der Mirower Schlossinsel gehen bis auf eine Komturei des Johanniterordens im 13. Jahrhundert zurück. Im 16. Jahrhundert gewannen die mecklenburgischen Herzöge mehr und mehr Einfluss, bis die Komturei 1648 säkularisiert wurde. Auch die Gebäude und die Außenanlagen waren einem beständigen Wandel unterzogen bis zur kurzeitigen Blüte in der Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Wiederaufbau des Schlosses nach einem Brand und der Erneuerung der Gartenanlage und dem dann folgenden, langsamen Niedergang. Die ursprünglich barocke Gartenanlage ist bis auf die vorhandenen Alleen fast völlig überformt worden im Sinne eines Landschaftsgartens mit ausgeformten Pleasureground. Die vorgelagerte sogenannte Liebesinsel nahm 1918 die Grabanlage des letzten Herzoges von Mecklenburg-Strelitz auf.
Baumeister Ferdinand Hustaedt entwarf 1860 einen Plan, der die Grundlage für die Umgestaltung im Sinne eines naturnahen, landschaftlichen Gartens darstellte. In der ELER-Förderperiode 2007 bis 2013 wurden die Außenanlagen zwischen Schloss und Torhaus auf Grundlage dieses Plans, des Parkpflegewerks von 1997 und des Baumgutachtens restauriert.
Der Umfang der Maßnahmen war erheblich. Beginnend mit Rodungs-, Fäll- und Abbruchmaßnahmen wurden die Uferbefestigungen an der Brücke zur Liebesinsel und im Schlossuferbereich wieder hergestellt. Etliche Tiefbauarbeiten wie zum Beispiel der Einbau von Drainageanlagen und der Austausch von Bodenmaterial wurden durchgeführt. Die Wege wurden wieder nach dem historischen Vorbild mit wassergebundenen Decken und Edelstahlbändern als Randbegrenzung angelegt. Ebenfalls entstanden neue Treppenanlagen sowie der historische Wall am Torhaus. Der Park wurde mit neuem Mobiliar wie Bänken, Papierkörben und Wegweisern/Hinweisschildern sowie mit einer neuen Beleuchtung ausgestattet. Auch die Pflanzarbeiten sind nach historischem Vorbild geplant worden. Zahlreiche Bäume wurden insbesondere bei der Neupflanzung der Rosskastanienallee und der Ergänzung der Lindenallee gesetzt. Darüber hinaus nahmen Solitärbäume ihre angestammten Plätze im Schlosspark wieder ein. Das Anlegen und Bepflanzen von Rasen- und Strauchflächen, Rondells zur Bepflanzung mit Blumen, Schatten- und Blumenbeeten sowie historisch überkommenen Pflanzkübeln bildeten den Abschluss der Arbeiten.
Während der Bauphase einigten sich die Projektbeteiligten darauf, das Baufeld auf die unbearbeiteten Parkteile zwischen Mirower See, Kavalierhaus und Remise zu erweitern. Daraufhin wurden auch dort die Wegedecken und Kantenausbildungen wiederhergestellt und dem übrigen Parkcharakter angeglichen.

Daten zum Baugeschehen Schlosspark Mirow

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin
Baubeginn 06/2012
Bauende 06/2014
Gesamtbaukosten ca. 390.000 Euro
Fläche ca. 21.000 m²
Stand: November 2017

Standort Schloss und Schlosspark Mirow